Landeshauptstadt Potsdam
Oberbürgermeisterin will Stadt von "Staubschicht" befreien

"Wir können auch Großstadt": Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel will den Veranstaltungskalender der Stadt ein wenig entst
"Wir können auch Großstadt": Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel will den Veranstaltungskalender der Stadt ein wenig entstauben. (Archivbild) Foto
© Jens Kalaene/dpa

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Mehr Großstadtgefühl in Potsdam? Die Stadt will weg von einem "angestaubten Veranstaltungskalender", sagt die Oberbürgermeisterin. Die Show von Paul Kalkbrenner war schon ganz nach ihrem Geschmack.

Mehr als preußische Schlösser und Gärten: Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel will das Image der Stadt entstauben. "Wir können auch Großstadt", sagte sie bei einer Veranstaltung des Netzwerks Medianet Berlin-Brandenburg in Potsdam. 

Dabei schwärmte sie vom Open-Air-Konzert von Techno-Star Paul Kalkbrenner im Welterbe-Park Sanssouci. Solche Formate brauche die Stadt mehr, sagte Aubel. "Ich bin schon total stolz auf die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, dass die jetzt mit Kalkbrenner mal so eine Geschichte nach Potsdam geholt haben." 

Aubel: "Es ist eben mehr als Sanssouci

Aubel will Potsdam als innovative, junge und smarte Stadt stärker sichtbar machen. Sie wolle auch deutlich machen: "Es ist eben mehr als Sanssouci", so die parteilose Rathauschefin. 

Die Preußischen Schlösser und Gärten in Potsdam seien ein echtes "Pfund", aber es gehe darum, auch andere und jüngere Zielgruppen als "pensionierte Studienräte" abzuholen. "Das ist nicht abfällig gemeint, aber das ist nun mal eine große Zielgruppe, die hierherkommt. Und dass wir da auch andere Zielgruppen aktiv ansprechen müssen."

Potsdam-Spruch: Verkleidet als eigene Oma

Aubel sprach von einem "vielleicht doch etwas angestaubten Veranstaltungskalender" der Stadt. Beim Marketing sei noch Luft nach oben. "Es gab mal aufgesprüht an eine Wand: "Potsdam verkleidet sich als seine eigene Oma." Aber irgendwie, es ist ein bisschen was dran. Also wir haben schon noch so eine leichte, dünne Staubschicht (...)", sagte die Oberbürgermeisterin. 

Die Ansiedlung von Unternehmen für medientechnologische Innovationen nannte Aubel eine Erfolgsgeschichte. Der MediaTech Hub Potsdam zog vor kurzem auf das Gelände von Studio Babelsberg. Dabei geht es unter anderem um Start-ups und Projekte, die medientechnologische Innovationen vorantreiben. Der Vorstandsvorsitzende von Studio Babelsberg, Jörg Bachmaier, sieht Potenzial, auch weitere große Player an den Standort zu holen, wie er sagte.

Aubel: Olympia als Chance

Potsdams Oberbürgermeisterin befürwortet zudem die Berliner Bewerbung für die Olympischen Spiele: "Ich würde es als große Chance erachten, wenn das gelänge." Potsdam wäre für Radsport-Wettkämpfe vorgesehen, so Aubel. Von Olympia erhoffe sie sich ein Stück weit auch einen "Effekt" wie 2016 bei der Fußball-WM, als von einem "Sommermärchen" die Rede gewesen sei. 

Berlin ist einer von vier deutschen Olympia-Bewerbern neben München, Hamburg und Nordrhein-Westfalen mit Köln als Zentrum. Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), mit welchem Kandidaten eine Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee gestartet wird. Infrage kommen die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.

dpa