Viele Menschen in Berlin und Brandenburg leben einer neuen Statistik zufolge allein. Laut ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2025 waren Haushalte mit nur einem Bewohner - sogenannte Einpersonenhaushalte - im vergangenen Jahr die häufigste Haushaltsform, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. In Berlin lebte in 50 Prozent der Haushalte nur eine Person, in Brandenburg waren es rund 39 Prozent.
Jeder dritte Alleinlebende war in Berlin 65 Jahre oder älter
In Berlin gab es im vergangenen Jahr 1,95 Millionen Haushalte. In mehr als 28 Prozent davon lebten zwei Personen. Der Anteil der Einpersonenhaushalte lag in allen Bezirken bei mindestens knapp 44 Prozent. Besonders hoch waren die Anteile in Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und in Neukölln. Mehrpersonenhaushalte überwogen dagegen in Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf und Treptow-Köpenick.
Jede dritte alleinlebende Person war 65 Jahre und älter. Der Anteil alleinlebender Frauen ab 65 Jahren war mit rund 41 Prozent deutlich höher als der Anteil der 35- bis 49-Jährigen mit knapp 15 Prozent. Bei den Männern war die Altersverteilung ausgeglichener: In Berlin fiel nur jeder fünfte alleinlebende Mann in die Alterskategorie ab 65 Jahren. Der höchste Anteil und damit ein Drittel der alleinlebenden Männer war zwischen 18 und 34 Jahre alt.
Mittelgroße Gemeinden mit höchstem Anteil an Alleinlebenden
In Brandenburg gab es den Angaben zufolge 2025 insgesamt 1,26 Millionen Haushalte. Zweipersonenhaushalte machten einen Anteil von rund 36 Prozent aus. Der Anteil von Einpersonenhaushalten war in mittelgroßen Gemeinden mit 50.000 bis unter 100.000 Einwohnern am höchsten. Dort bestand jeder zweite Haushalt aus nur einer Person. In Städten ab 100.000 Einwohnerinnen lag dieser Anteil bei mehr als 43 Prozent. Alleinlebende in größeren Städten waren jünger als Alleinlebende in kleineren Gemeinden.
In Brandenburg waren knapp 43 Prozent der Alleinlebenden 65 Jahre und älter. Mehr als jede zweite alleinlebende Frau war 65 Jahre oder älter (rund 59 Prozent), während nur jede zehnte alleinlebende Frau zwischen 35 und 49 Jahre alt war (knapp 9 Prozent). In Brandenburg waren knapp 31 Prozent der alleinlebenden Männer zwischen 50 und 64 Jahre alt. Der Anteil der Männer ab 65 Jahren lag nur sechs Prozentpunkte darunter.
Eine Ursache für den deutlich höheren Seniorinnenanteil der weiblichen Alleinlebenden sei nach Angaben der Statistiker die höhere Lebenserwartung von Frauen.