Schädling
Länder rüsten sich für Saison der Eichenprozessionsspinner

Die feinen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner können leicht brechen und vom Wind über weite Strecken verbreitet werden. (Sy
Die feinen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner können leicht brechen und vom Wind über weite Strecken verbreitet werden. (Symbolbild) Foto
© Soeren Stache/dpa
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners können Haut und Atemwege reizen. Wie Berlin und Brandenburg auf die kommende Saison blicken.

Brandenburg und Berlin bereiten sich auf die Saison der Eichenprozessionsspinner vor. "Aktuell befinden sich die Populationen wieder in der frühen Phase des Aufbaus" teilte ein Sprecher des brandenburgischen Umweltministeriums auf Anfrage mit. Für dieses Jahr müsse mit einem Anstieg der Populationen sowie mit einem großflächigen Kahlfraß an Eichen gerechnet werden.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Ausbreitung in Deutschland durch den Klimawandel begünstigt wird. Der Falter ist für Mensch und Tier harmlos - nicht jedoch seine Raupen. Ihre Nester sind runde Gespinste, die die Größe eines Fußballs erreichen können. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen ihnen feine Brennhaare, die leicht brechen und vom Wind über weite Strecken verbreitet werden können. Die Haare können bei Menschen Hautreizungen und Atembeschwerden hervorrufen. Zudem sind sie Pflanzenschädlinge. 

Die Raupen beginnen etwa Mitte April zu fressen. Die größte Gefahr entsteht ab dem dritten Larvenstadium, da die Raupen ab diesem Zeitpunkt Millionen winziger Gifthärchen entwickeln. Dies geschieht vor allem zwischen Mitte Mai und Juni. Die höchste Gesundheitsbelastung trete im Frühsommer auf, hieß es.

Maßnahmen im November abgestimmt

Im vergangenen Jahr verschärfte sich laut Ministerium in Brandenburg die Befallssituation im Vergleich zu den Vorjahren. Besonders betroffen waren demnach die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Teltow-Fläming, Havelland, Potsdam, Potsdam-Mittelmark und die Uckermark. Die Prignitz bleibe der regionale Schwerpunkt. Auch im Spreewald habe es lokal auffällige Vorkommen gegeben.

Mit Blick auf die kommende Saison haben sich demnach bereits im November die zuständigen Ressorts, Kommunen und Landkreise auf zentrale Maßnahmen verständigt. Es wurde eine Arbeitsgruppe zum Eichenprozessionsspinner eingerichtet. "Die vereinbarten Abstimmungsprozesse laufen gegenwärtig", sagte der Ministeriumssprecher. Für mögliche Biozid-Einsätze ist erneut das biologische Präparat Foray ES vorgesehen. Dieses wirke ausschließlich auf die an den Eichenblättern fressenden Raupen. Für Menschen, Tiere sowie Pflanzen sei es unbedenklich.

Wie ist die Lage in Berlin? 

"Gegenwärtig gibt es keine Hinweise, dass sich die Situation des Auftretens des Eichenprozessionsspinners im Vergleich zu den Vorjahren maßgeblich verändern wird", teilte ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt auf Anfrage mit.

Zur Bekämpfung seien vor allem mechanische Maßnahmen wie das Absaugen der Nester oder Hinweiskampagnen zur Aufklärung geplant. Stark befallene und viel besuchte Stellen könnten auch temporär abgesperrt werden. Zudem seien einzelne Bezirke in der Abwägung, Bereiche mit Eichenbestand und starkem Befall vorbeugend zu behandeln.

Wann die Saison in Berlin starte, könne derzeit noch nicht sicher gesagt werden. Derzeit befinde sich der Eichenprozessionsspinner noch im Stadium des Eigeleges. Bei beständigem Wetter könnten die Larven dann um die Ostertage schlüpfen.

dpa