Fußball-Nationalmannschaft
Nagelsmann zum WM-Status von Sané, Goretzka und Nmecha

Leroy Sané, hier beim Training vor dem Spiel gegen Ghana, muss iiefern. Foto: Christian Charisius/dpa
Leroy Sané, hier beim Training vor dem Spiel gegen Ghana, muss iiefern. Foto
© Christian Charisius/dpa
Der Bundestrainer hat mit allen Spielern im DFB-Kader die WM-Rolle besprochen. Rechts setzt er auf Sané. Warum nur? Bei Goretzka ist alles anders als vor der Heim-EM 2024. Ein Spieler bereitet Sorgen.

Julian Nagelsmann hat vor dem WM-Test gegen Ghana noch einmal ein Update zu Flügelstürmer Leroy Sané gegeben, über den weiter sehr kontrovers diskutiert wird. Auch zur Turnierrolle von Leon Goretzka und den Sorgen um den verletzten Felix Nmecha hat sich der Bundestrainer vor dem Länderspiel am Abend (20.45 Uhr/ARD) in Stuttgart konkret geäußert. 

Am 12. Mai wird Nagelsmann den WM-Kader nominieren. Mit den Spielern im aktuellen DFB-Kader hat er aber jetzt schon konkrete Rollenprofile nicht nur für diesen Lehrgang, sondern für die WM-Endrunde im Sommer besprochen.

"Jeder Spieler weiß exakt, woran er ist, ob der WM-Platz sicher ist oder nicht so sicher ist", erklärte Nagelsmann. "Und es würde sehr viel mit meiner Glaubwürdigkeit gegenüber dem Spieler machen und auch der Sinnhaftigkeit eines Rollengesprächs, wenn ich dann alles umwerfe, wenn ich in den Testspielen alles anders mache. Ich sehe es als sehr wichtig an, dass zwei Monate vor der WM jeder Spieler weiß, woran er ist."

Der Fall Sané

Der 30 Jahre alte Sané ist auf dem rechten Flügel die Erstbesetzung in den Rollenspielen des Bundestrainers. Aber gegen Ghana will er einen anderen Sané sehen als beim 4:3 in der Schweiz. "Das Spiel gegen die Slowakei ist immer die Benchmark für Leroy, er muss das immer erreichen", sagte Nagelsmann zum 6:0 im letzten WM-Qualifikationsspiel, als der Galatasaray-Profi doppelt traf.

"Das Spiel in der Schweiz war in Ordnung, nicht richtig gut, nicht unfassbar schlecht", sagte Nagelsmann: "Leroy weiß, was gefordert ist. Und er muss das zeigen." Sané hat es freilich bislang bei noch keinem Turnier gezeigt. 

"Die Argumente sind, dass wir Eins-gegen-eins-Spieler brauchen. Allzu viele Spieler, die vom rechten Flügel auch mal ein Eins gegen Eins gewinnen, haben wir nicht", sagte Nagelsmann. Sané muss trotzdem aufpassen, dass ihm Bayern-Youngster Lennart Karl nicht noch bis zum Turnierstart den Rang abläuft.

Der Fall Goretzka

Für die Heim-EM 2024 strich Nagelsmann Bayern-Profi Goretzka aus dem Kader. Für die anstehende WM in Amerika ist der 31-Jährige nun gesetzt. Ein Widerspruch? Nein, meint der Bundestrainer. "2024 konnte Leon mit deutlich weniger Spielzeit rechnen als jetzt", erklärte Nagelsmann mit Verweis auf Toni Kroos und Ilkay Gündogan, die damals im Mittelfeld die Platzhirsche waren. 

"Damals haben wir (für Leon) die Rolle als Backup nicht als ideal angesehen", sagte Nagelsmann. Und diesmal? "Leon hat jetzt Chance auf mehr Spielzeit. Und er hat Entwicklungsschritte getan, auch seine Rolle bei Bayern München anzunehmen, wie sie ist." Trotzdem bedeute Goretzkas aktueller Status nicht, "dass er bei der WM garantiert Stammspieler sein wird", betonte Nagelsmann. 

Der Fall Nmecha

Felix Nmecha spielt(e) in Nagelsmann Planungen eine wichtige WM-Rolle - bis zur aktuellen Außenbandverletzung am Knie. Jetzt lautet die Frage, ob der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund rechtzeitig fit wird.

"Es ist eine Verletzung, die nicht ohne ist, die eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, um zu heilen. Es besteht zweifelsfrei die Gefahr, dass er die WM nicht spielen kann. Es wäre schon ein extremer Verlust für uns, wenn er das nicht tun könnte", sagte Nagelsmann. Wird alles noch gut? "Er ist optimistisch, ich auch, die Ärzte auch. Aber du musst in allen Wenn-dann-Szenarien planen."

dpa