Statistik
Polizei meldet weniger Straftaten – Gewalt nimmt zu

Die Zahl der Straftaten in Brandenburg ist rückläufig. (Symbolbild) Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Die Zahl der Straftaten in Brandenburg ist rückläufig. (Symbolbild) Foto
© Bernd von Jutrczenka/dpa
Die Zahl der Straftaten in Brandenburg geht zurück, doch es geschehen mehr Gewalttaten. Was noch in der neuen Statistik steht.

Die Kriminalität in Brandenburg ist im vergangenen Jahr laut Statistik zurückgegangen. Die Zahl der registrierten Straftaten sank 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent auf 166.508, wie aus der neuen polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Die Aufklärungsquote lag demnach bei 57,7 Prozent und damit etwas niedriger als 2024 (58,4 Prozent). Ohne ausländerrechtliche Verstöße wurden 151.124 Straftaten registriert. Diese Zahl markiere einen historischen Tiefstwert, teilte das Innenministerium mit.

Knapp ein Drittel der Gesamtkriminalität machen der Statistik zufolge Diebstahlsdelikte aus. Die Fallzahl sank hier um 4,5 Prozent auf 50.612. 

Die Gewaltkriminalität stieg hingegen um zwei Prozent auf 5.443 Fälle. Häufigster Tatort war hier mit fast einem Viertel der Fälle die Wohnung.

Maßgeblichen Anteil bei der Entwicklung der Gewaltkriminalität hatten gefährliche und schwere Körperverletzungen (2025: 3.923 Fälle) sowie Raubdelikte (2025: 1.130 Fälle). Die Fälle eines Messerangriffs nahmen um 72 Fälle auf 865 Fälle zu. Dabei wurden 25 Fälle von Mord und Totschlag mit einem Messer registriert (2024: 18 Fälle). 

Innenminister Redmann: Angriffe auf Polizisten machen Sorge

Innenminister Jan Redmann (CDU) sagte laut Mitteilung, er betrachte die Zahl der Angriffe auf die Polizistinnen und Polizisten sowie Rettungs- und Feuerwehrkräfte mit Sorge. Auch wenn diese leicht zurückgegangen sei, verharre sie weiter auf einem hohen Niveau. "Jeder Angriff auf diejenigen, die sich mit größtem persönlichem Einsatz tagtäglich für die Sicherheit und Gesundheit unserer Bevölkerung einsetzen, ist einer zu viel."

Im Jahr 2025 wurden 2.877 Polizeibeamtinnen und -beamte Opfer von Gewaltdelikten - ein Minus von 6,8 Prozent. Es seien 380 Beamte leicht (2024: 501) und drei schwer verletzt worden (2024: 2).

Gewalt an Schulen

Bei der Gewalt an Schulen ging die Zahl der Opferdelikte um 52 Fälle (-3,3 Prozent) auf 1.531 zurück. Dabei verringerte sich anteilig auch die Zahl der Fälle von vorsätzlich einfachen Körperverletzungen im Schulkontext um 11,6 Prozent auf 754 Fälle (-99). Die Zahl der Opferdelikte bewege sich aber weiterhin auf hohem Niveau, hieß es in der Kriminalitätsstatistik. Mehr als jedes zehnte Opfer ist dabei eine Lehrkraft.

Missbrauch und andere Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen um 18,5 Prozent auf 3.344 Fälle (+522) zu. Die Entwicklung war unter anderem auf einen Anstieg bei Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern (+7,7 Prozent auf 445 Fälle) und von Jugendlichen (+ 28,2 Prozent auf 50 Fälle) zurückzuführen.

Besonders deutlich war aber auch die Zunahme im Bereich Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinder- und jugendpornografischer Inhalte. Zu mehr als der Hälfte dieser Fälle wurden minderjährige Tatverdächtige unter 18 Jahren erfasst. Diese stellten überwiegend Aufnahmen von sich selbst her oder luden kinderpornografische Inhalte aus dem Internet herunter oder verbreiteten diese in Chatgruppen, wie es im Bericht der Polizei hieß. Die Zahl der Delikte etwa im Bereich kinderpornografischer Inhalte stieg von 812 im Jahr 2024 um 45 Prozent auf 1.177.

dpa