Zahlreiche türkischstämmige Fußballfans haben in Berlin den Gewinn der türkischen Meisterschaft für Galatasaray Istanbul gefeiert. Die Polizei sprach am späten Samstagabend von einer "niedrigen vierstelligen Anzahl" an Fans, die vor allem am Ku'damm miteinander feierten. Wegen der Menschenmassen sei es eng vor Ort und Fans würden auch Pyrotechnik abbrennen, sagte ein Sprecher der Leitstelle der Deutschen Presse-Agentur am Abend. Krawalle habe es bislang nicht gegeben.
Laut einem dpa-Reporter war die Stimmung am Breitscheidplatz aufgeladen. Nach dem Abpfiff hatten sich zunächst wenige Dutzend Fans dort versammelt, innerhalb einer knappen Stunde feierten dann Hunderte gemeinsam. Mit Autos und Motorrädern, teils mit angebrachten Galatasaray-Fahnen, fuhren und standen sie in den umliegenden Straßen. Im späteren Verlauf des Abends brannten Fans dort dann auch Feuerwerkskörper ab. Polizeibeamte vor Ort hielten dem dpa-Reporter zufolge Pfefferspray bereit, das jedoch nicht zum Einsatz kam.
Mehrere verletzte Polizisten bei Meisterfeier im Vorjahr
Zuvor hatte sich Galatasaray am Abend in Istanbul mit einem spät erkämpften 4:2 gegen Antalyaspor zum Meister gekrönt. Die Mannschaft liegt damit einen Spieltag vor Saisonende in der türkischen Süper Lig uneinholbar vor dem Stadtrivalen Fenerbahçe.
Nach der letzten Meisterschaft von Galatasaray vor einem Jahr war es bei Jubelfeiern im Berliner Westen laut Polizei zu heftigen Tumulten gekommen. Fans hätten Polizisten an der Gedächtniskirche bedrängt und angegriffen, zudem seien Flaschen, gezündete Böller und vereinzelt Steine auf die Beamten geworfen worden. Bei den Tumulten habe die Polizei Reizgas versprüht. 33 Polizisten seien verletzt und 34 Fans vorübergehend festgenommen worden, teilte die Behörde damals mit.