Bildungspolitik
Stenke: Keine weitere Sparrunde im Bildungsbereich

"Es gibt den Beschluss, dass wir im Bildungsbereich nicht weiter sparen werden", sagt Bildungsministerin Dorit Stenke. (Archivbi
"Es gibt den Beschluss, dass wir im Bildungsbereich nicht weiter sparen werden", sagt Bildungsministerin Dorit Stenke. (Archivbild) Foto
© Frank Molter/dpa
Trotz Einsparungen: Lehrerstellen sollen erhalten bleiben und in bestimmten Bereichen sogar ausgebaut werden. Was sich für Schüler und Schulen ändert.

Trotz der anhaltend schwierigen Haushaltssituation in Schleswig-Holstein soll es nach Angaben von Bildungsministerin Dorit Stenke keine weitere Sparrunde bei der Bildung geben. Auf die von der Opposition scharf kritisierten bisherigen Einsparungen sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur, in den vergangenen zehn Jahren habe es einen enormen Bildungsaufwuchs gegeben. 

"Die Ausstattung der Schulen und die Unterrichtsversorgung unterscheiden sich Meilenweit von dem, was wir vorgefunden haben", sagte die Ministerin. "Es ist klar, dass die Opposition das nicht erzählt."

Stenke: Unterrichtsversorgung ist gesichert

In den beruflichen Schulen sei die Unterrichtsversorgung bei weniger als 90 Prozent gewesen. "Wir sind jetzt in allen Schularten bei über 100 Prozent." Zwischendurch seien es auch schon 105 Prozent gewesen. In den Grundschulen liege der Wert aktuell bei 102 Prozent. 

Die Unterrichtsversorgung gibt an, wie viel von dem laut Lehrplan vorgesehenen Pflichtunterricht abgedeckt werden kann. Werte von über 100 Prozent ergeben sich, wenn über das Pflichtangebot hinaus Lehrer für weitere Angebote oder etwa Vertretungsstunden zur Verfügung stehen.

Weniger Unterricht soll Oberstufe entlasten

In der Sekundarstufe I sind sechs Stunden an Gemeinschaftsschulen und vier Stunden an Gymnasien herausgenommen worden. Das sei geschehen, um zu sparen, sagte Stenke.

Gerade in der Oberstufe aber auch, weil dort zu viel Unterricht vorgesehen gewesen sei, so Stenke. Drei Fächer auf erhöhtem Niveau mit jeweils fünf Stunden hätten die Schüler nicht schaffen können. Das habe die Evaluation der Oberstufe gezeigt. Dazu kämen die anderen verpflichtenden Fächer. "Vor dem Hintergrund der Länderverständigung zur Oberstufenverordnung war es notwendig, die Kurszahl in der Oberstufe zu reduzieren." Jetzt belegen die Schüler nur noch zwei statt drei Fächer auf erhöhtem Niveau.

Nicht jede frei werdende Stelle wird neu besetzt

Damit werden nach Stenkes Angaben Lehrerstellen im niedrigen dreistelligen Bereich eingespart. Grundsätzlich würden Lehrerstellen nach Schülerzahlen pro Schule vergeben. "Es wird kein Lehrer und keine Lehrerin entlassen." Es gebe auch immer noch Einstellungen. Es werde allerdings nicht jede frei werdende Stelle ersetzt. 

"Es gibt den Beschluss, dass wir im Bildungsbereich nicht weiter sparen werden." Im Gegenteil sollen im übernächsten Schuljahr sogar zwei weitere Stunden Wirtschaft und Politik ab Jahrgangsstufe 7 eingeführt werden. Dafür sollen 80 Lehrerstellen neu dazukommen. "Das ist eine sehr gute Entscheidung, die wir vor dem Hintergrund der politischen Diskussion und der gesellschaftlichen Entwicklung getroffen haben."

Sprachstanduntersuchungen für viereinhalb Jahre alte Kinder

Das ehemalige PerspektivSchulprogramm und das aktuell gemeinsam von Bund und Land finanzierte StartchancenProgramm habe es weder zu SPD-Zeiten noch zu FDP-Zeiten gegeben, sagte Stenke. Neu eingeführt werden Sprachstanduntersuchungen für die viereinhalb Jahre alten Kinder. Für den Übergang in die Schule sei zunächst das sichere Beherrschen der deutschen Sprache extrem wichtig, betonte die Ministerin. Der Unterricht in der Grundschule sei zudem in den Fächern Deutsch und Mathematik mit zusätzlichen Stunden ausgebaut worden.

dpa