Wegen eingebrochener Gewinne hat die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd die Dividende für ihre Aktionäre deutlich zusammengestrichen. Gab es für das Jahr 2024 noch 8,20 Euro je Aktie, beschloss die Hauptversammlung auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat nun, für das vergangene Jahr nur noch 3,00 Euro je Aktie auszuschütten. Das entspreche einer Gesamtausschüttung von etwa 500 Millionen Euro. Davon erhält die Stadt Hamburg als Anteilseignerin nach Angaben der Reederei 73,1 Millionen Euro.
2022 Rekorddividende von 1,5 Milliarden Euro für Hamburg
Im Jahr zuvor hatten die Gewinne von Hapag-Lloyd noch rund 200 Millionen Euro in die Kassen der Stadt gespült. Die mit Abstand höchste Dividende erhielt Hamburg während der Corona-Pandemie. Damals überwies Hapag-Lloyd für das Geschäftsjahr 2022 mehr als 1,5 Milliarden Euro an die Stadt.
Hapag-Lloyd hatte im vergangenen Jahr als weltweit fünftgrößte Reederei bei einem Gesamtumsatz von rund 18,6 Milliarden Euro ein Konzernergebnis von rund 924 Millionen Euro eingefahren. Im Jahr zuvor hatte der Gewinn bei einem Umsatz von gut 19 Milliarden Euro noch bei knapp 2,4 Milliarden Euro gelegen.
Habben Jansen zufrieden mit dem jüngsten Geschäftsjahr
Hapag-Lloyd-Chef Ralf Habben Jansen sprach auf der Hauptversammlung dennoch von einem guten Jahr für die Reederei. "Wir haben unsere Transportvolumina deutlich stärker gesteigert als der Markt und trotz niedrigerer Frachtraten sowie höherer operativer Kosten solide Ergebnisse erzielt." Gleichzeitig seien die Pünktlichkeit der Schiffe und die Kundenzufriedenheit auf Rekordwerte gestiegen.
Die Aktionäre segneten den Angaben zufolge zudem Karl Gernandt und Macario Valdés Raczynski als Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat ab. Gernandt ist Verwaltungsratspräsident der Kühne Holding AG sowie Geschäftsführer der Kühne Maritime GmbH. Der 65-Jährige leitet seit dem 26. Februar den Hapag-Lloyd-Aufsichtsrat.
Knapp 20.000 Beschäftigte bei Hapag-Lloyd
Die Hamburger Traditionsreederei zählt mit mehr als 300 Containerschiffen und einer Gesamttransportkapazität von 2,5 Millionen Standardcontainern (TEU) zu den weltweit führenden Linienschifffahrtsunternehmen. Im Segment Linienschifffahrt arbeiten rund 15.200 Menschen in 140 Ländern. Hapag-Lloyd betreibt derzeit 133 Liniendienste und fährt mehr als 600 Häfen auf allen Kontinenten an. Zudem ist die Reederei an 24 Hafenterminals in Europa, Lateinamerika, den Vereinigten Staaten, Indien und Nordafrika beteiligt und beschäftigt dort rund 4.400 Menschen.