Flüchtlinge
Zahl der Asylklagen hat sich verdoppelt

Die Zahl der Asylverfahren vor dem Verwaltungsgericht Hamburg hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. (Archivbild) Foto: Christ
Die Zahl der Asylverfahren vor dem Verwaltungsgericht Hamburg hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. (Archivbild) Foto
© Christian Charisius/dpa
Die Zahl der in Hamburg ankommenden Asylbewerber ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Doch immer mehr Flüchtlinge, die im Asylverfahren abgelehnt wurden, klagen gegen die Entscheidung.

Die Zahl der Asylverfahren vor dem Hamburgischen Verwaltungsgericht ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nach einer kontinuierlichen Zunahme schon in den vorangegangenen Jahren gingen 2025 mit 4.027 neuen Klagen mehr als doppelt so viele ein, wie im Jahr zuvor, wie die Justizbehörde auf dpa-Nachfrage mitteilte. Zum Vergleich: 2022 wurde in Hamburg noch knapp 1.500 Mal in Asylverfahren vor dem Verwaltungsgericht geklagt.

Auch die Zahl der erledigten Verfahren nahm deutlich zu. So wurden im vergangenen Jahr 2.552 Fälle durch Urteil, Gerichtsbescheid oder Beschluss beendet. 2024 waren es 1.900. 

Weniger Klagen erfolgreich

Nur 14,4 Prozent der Asylklagen waren 2025 den Angaben zufolge ganz oder zumindest teilweise erfolgreich - sieben Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. 

Zugleich sank die Verfahrensdauer weiter: von durchschnittlich 12,4 Monaten im Jahr 2024 auf 9,7 Monate. Die durchschnittliche Dauer der Verfahren im einstweiligen Rechtsschutz blieb hingegen unverändert bei 0,9 Monaten.

Mehr Stellen sorgen für beschleunigte Verfahren

"Die Kolleginnen und Kollegen am Verwaltungsgericht bewältigen die zahlreichen Asylverfahren engagiert und professionell", sagte der Sprecher der Justizbehörde, Dennis Sulzmann. Dafür seien in den vergangenen Jahren zusätzliche Stellen geschaffen worden. Zudem werde die Personalsituation in regelmäßiger Abstimmung mit dem Gericht geprüft. 

Die Zahl der Asylklagen war bereits in den vergangenen Jahren bundesweit gestiegen, nachdem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Personal aufgestockt hatte und seine Asylverfahren inzwischen schneller abarbeitet. 

In den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Hamburg würden neben Richterinnen und Richtern auch Richterassistenten die Recherche zu Personen und Herkunftsländern übernehmen und Termine abstimmen, sagte Sulzmann. Außerdem gebe es spezialisierte Kammern für bestimmte Herkunftsländer. "Und perspektivisch sollen in der Justiz KI-Anwendungen zum Einsatz kommen."

Deutlich weniger Asylbewerber in Hamburg angekommen 

Unterdessen kamen im vergangenen Jahr laut Lagebild des Senats deutlich weniger Asylbewerber nach Hamburg. Das Amt für Migration verzeichnete demnach 6.669 Registrierungen - ein Rückgang um 32 Prozent zum Vorjahr, als noch 9.795 Asylsuchende registriert worden waren.

dpa