Fußball-Bundesliga
HSV verurteilt Derby-Vorfälle - Polizei-Gewerkschaft sauer

Polizei-Einsatz im Gästefanblock nach dem Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Polizei-Einsatz im Gästefanblock nach dem Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV. Foto
© Carmen Jaspersen/dpa
Nach dem Nordduell zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV kommt es im Stadion zu gefährlichen Zwischenfällen. Die Gewerkschaft der Polizei reagiert darauf mit mehreren Forderungen.

Nach den Vorfällen beim Bundesliga-Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV (3:1) hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine stärkere Distanzierung von gewaltbereiten Fußball-Fans und eine Neuregelung bei der Begleichung zusätzlicher Polizeikosten nach solchen Hochsicherheitsspielen gefordert.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) müsse "eine gerechte und verbindliche Kostenverteilung auf alle beteiligten Vereine sicherstellen", heißt es in einer Mitteilung der GdP. "Insbesondere bei Spielen wie dem Nordderby müsse auch der Gastverein angemessen beteiligt werden." 

Nach dem Spiel am Samstag hatten Anhänger des HSV mehrere Leuchtraketen Richtung Werder-Fans und Werder-Spieler auf der anderen Seite des Weserstadions geschossen. Die Hamburger verurteilten das auch am Sonntag noch einmal deutlich.

HSV verurteilt Vorfälle

"Was wir in Bremen gesehen haben – insbesondere das gezielte Abschießen von Pyrotechnik in Richtung anderer Zuschauerbereiche – stellt eine deutliche Eskalation dar. Hier wurde Pyrotechnik nicht mehr als atmosphärisches Element eingesetzt, sondern als Mittel der Konfrontation", sagte Cornelius Göbel, der beim HSV als Direktor für die Bereiche Fans, Kultur und Nachhaltigkeit zuständig ist. "In dem Moment, in dem sie gezielt in Richtung von Menschen eingesetzt wird, sprechen wir nicht mehr über Fankultur, sondern über konkrete Gefährdung. Das ist eine klare Grenzüberschreitung.".

Die Polizei drängte am Samstag zur Verhinderung einer weiteren Eskalation in den Tribünenblock mit den Hamburger Fans - auch weil dort zuvor unter anderem eine Toilettenanlage in Brand gesetzt worden war, wie es in einer weiteren Polizeimitteilung heißt. Es sei an der Zeit, "dass sich die große Mehrheit der friedlichen Fans klar und unmissverständlich von den wenigen gewaltbereiten Personen distanziert", schreibt die GdP. 

Polizei zieht positive Einsatz-Bilanz

Polizei und Bundespolizei zogen insgesamt zwar eine positive Bilanz ihres Großeinsatzes bei diesem brisanten Nordduell. Auch die Abreise der vielen HSV-Anhänger verlief danach "weitestgehend störungsfrei".

Bei diesem sogenannten Risikospiel war allerdings der Einsatz zusätzlicher Polizeikräfte auch aus anderen Bundesländern nötig. Und nur in Bremen werden diese zusätzlichen Polizeikosten in sechsstelliger Höhe nach einem jahrelangen Rechtsstreit der Deutschen Fußball Liga in Rechnung gestellt.

Weil diese Gebührenbescheide stets an Werder Bremen weitergereicht werden und kein anderer deutscher Proficlub von solchen Kosten betroffen ist, fordert die GdP nun eine Neuregelung. Außerdem müsse das Bundesland Bremen sicherstellen, dass die von der DFL erhobenen Kosten "zweckgebunden eingesetzt werden und nicht zur Deckung allgemeiner Haushaltsdefizite dienen". Wenn die zusätzlichen Polizeikosten dem Land erstattet werden, solle dieses Geld auch "gezielt den Sicherheitskräften zugutekommen".

dpa