Konsumgüter
Beiersdorf wächst schwächer und erwartet kaum Besserung

Der Umsatz der Beiersdorf-Kernmarke Nivea entwickelte sich 2025 unterdurchschnittlich. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Der Umsatz der Beiersdorf-Kernmarke Nivea entwickelte sich 2025 unterdurchschnittlich. (Archivbild) Foto
© Marcus Brandt/dpa
Der weltweite Hautpflegemarkt habe sich 2025 deutlich abgeschwächt, sagt Beiersdorf-Chef Warnery zu den Geschäftszahlen. Verbraucher agierten sparsamer als zuvor.

Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2025 erwartet der Hamburger Hautpflegekonzern Beiersdorf auch im laufenden Jahr kaum Besserung. Der Vorstandsvorsitzende des Nivea-Konzerns, Vincent Warnery, begründete die Entwicklung im vergangenen Jahr damit, dass sich der weltweite Hautpflegemarkt deutlich abgeschwächt habe. 

Der Markt sei nur um rund 1,5 bis 2 Prozent gewachsen, sagte Warnery. 2024 habe das Wachstum noch im mittleren einstelligen Bereich gelegen. Verbraucher agierten aufgrund von Spannungen und Konflikten sparsamer. 

Im Geschäftsbericht wird zudem darauf verwiesen, dass lokale und sogenannte Indie-Marken große Hersteller wie Beiersdorf unter Druck gesetzt haben. "Indie-Marken" werden beispielsweise von unabhängigen, gründergeführten kleinen Firmen verkauft - und über Plattformen wie TikTok beworben.

Schwaches Wachstum der Kernmarke Nivea

Der Umsatz des Dax-Konzerns stagnierte mit annähernd 9,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Organisch legte der Umsatz um 2,4 Prozent zu - und damit deutlich schwächer als 2024, als der Wert bei 6,5 Prozent lag. Organisch heißt, dass die Zahl um Einflüsse wie Wechselkurse bereinigt ist. 

Dass der Umsatz organisch schwächer wuchs, lag auch an der Kernmarke Nivea, auf die mit 5,5 Milliarden Euro mehr als die Hälfte des Umsatzes entfiel. Die Marke entwickelte sich mit einem Umsatzplus um 0,9 Prozent unterdurchschnittlich. Warnery begründete das unter anderem mit schwächeren Verkäufen in China, wo die Marke neu positioniert worden sei. 

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug ohne Sondereffekte nahezu 1,4 Milliarden Euro. Nach Steuern verblieben 955 Millionen Euro. 

Etablierte Hersteller bleiben unter Druck

Beiersdorf erwartet 2026 kaum oder nur wenig organisches Umsatzwachstum. Im Bereich Consumer hat der Konsumgüterkonzern gedämpfte Erwartungen an den US-Einzelhandel und das China-Reisegeschäft. Auch geht Beiersdorf davon aus, dass lokale und Indie-Marken den Marktanteil etablierter Hersteller weiter unter Druck setzen. Consumer ist einer von zwei Bereichen, der andere umfasst die Konzerntochter Tesa. 

Beiersdorf geht auch von einer sinkenden operativen Marge aus. Das bedeutet, dass vom Umsatz anteilig weniger Geld übrig bleibt.

dpa