Kurdistan Aktivisten besetzen kurz das "Spiegel"-Foyer in Hamburg

Nach Ansicht der Aktivisten stellt der "Spiegel" die kurdische Selbstverwaltung sowie die demokratischen Kräfte Syriens in ein v
Nach Ansicht der Aktivisten stellt der "Spiegel" die kurdische Selbstverwaltung sowie die demokratischen Kräfte Syriens in ein verzerrtes Licht. (Archivbild) Foto
© Georg Wendt/dpa
Kurzzeitige Besetzung beim "Spiegel": Aktivisten kritisieren die Berichterstattung über die Lage in Nord- und Ostsyrien – und fordern Änderungen.

Aktivisten des Bündnisses RiseUp4Rojava haben am Freitagvormittag kurzzeitig das Foyer des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" besetzt. Sie kritisierten damit nach eigenen Angaben die "Spiegel"- Berichterstattung über die demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien sowie die aktuelle Belagerung der syrischen Stadt Kobanê. Nach rund einer Stunde zogen die 20 bis 30 Aktivisten nach Angaben der Polizei wieder ab.

Aktivisten: "Spiegel" stellt kurdische Selbstverwaltung verzerrt dar

Das Magazin stelle die kurdische Selbstverwaltung sowie die demokratischen Kräfte Syriens in ein verzerrtes Licht und ignoriere zentrale Aspekte der humanitären und völkerrechtlichen Situation in Rojava, klagten die Aktivisten. "Der Spiegel wird dem eigenen Anspruch "Sagen, was ist" nicht gerecht."

Eine "Spiegel"- Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur, die teilweise vermummten Aktivisten hätten eine andere Berichterstattung über die Region Rojava in Kurdistan sowie die Depublizierung von mindestens einem Artikel gefordert. "Mit Verweis auf die Meinungs- und Pressefreiheit ist die Spiegel-Chefredaktion darauf nicht eingegangen, hat aber im Sinne der Deeskalation ein Gespräch mit einer kleinen Delegation in den nächsten Wochen angeboten."

Gruppe verlässt Gebäude friedlich

Daraufhin habe die Gruppe das Haus friedlich verlassen, sagte die Sprecherin. "Vor dem Haus hat sie sich einer angemeldeten Versammlung angeschlossen, die sich kurz danach ebenfalls aufgelöst hat." Die vom "Spiegel" verständigte Polizei erklärte auf Anfrage, dass die Aktivisten gegen 9.00 Uhr erschienen seien und das Gebäude gegen 10.00 Uhr friedlich wieder verlassen hätten. Von den Aktivisten seien wegen mutmaßlichen Hausfriedensbruchs die Personalien aufgenommen worden.

dpa