Rund eine halbe Milliarde Euro will Schleswig-Holstein mit beträchtlicher Hilfe des Bundes in Straßen und Radwege investieren. Die Folge sind voraussichtlich mehr Baustellen zwischen Nord- und Ostsee als in vergangenen Jahren. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) bittet Verkehrsteilnehmende um Geduld. Zwar würden viele dafür Umwege in Kauf nehmen müssen. "Aber nach einer Baustelle ist immer alles besser als vorher." Im Bereich der Autobahnen stehen in diesem Jahr sieben Projekte im Fokus.
A215: Bereits von April bis Oktober saniert die Autobahn Gmbh die Deckschicht der Autobahn 215 zwischen dem Autobahnkreuz Kiel-West und der Anschlussstelle Kiel-Mitte in beiden Richtungen. In der Folge werden Anschlussstellen und jeweils eine Richtungsfahrbahn gesperrt. Zur Kieler Woche Ende Juni sollen die Arbeiten für zwei Wochen unterbrochen werden. A23: Zwischen Halstenbek-Kropunder und Halstenbek/Rellingen wird im Mai der Asphalt erneuert. Bis 21. Mai gibt es eine verengte zweistreifige Verkehrsführung. Vom 16. bis 25. Mai werden die Anschlussstellen Halstenbek-Kropunder und -Rellingen voll gesperrt, vom 21. bis 25. Mai die Richtungsfahrbahn Heide. A21: Südlich der Anschlussstelle Leezen bis zur Anschlussstelle Bad Oldesloe-Nord wird noch bis November die Autobahn auf fünf Kilometern grunderneuert. Pro Richtung gibt es nur einen Fahrstreifen. B404/A21: Der vierstreifige Ausbau der Bundesstraße 404 zur A21 kommt voran. Ab dem Frühjahr soll der Verkehr auf dem 7,9 Kilometer langen Abschnitt zwischen Klein Barkau und Löptin auf vier Spuren rollen. Einen genauen Termin gibt es aber noch nicht. A1: Zwischen Ratekau und der Anschlussstelle Pansdorf folgt ab April eine einjährige Grunderneuerung der A1 in Richtung Lübeck. In der Zeit gibt es nur in Richtung Norden zwei Fahrstreifen. In Richtung Süden gibt es nur einen. "Dann sind wir auf der A1 fertig", sagte der Direktor der Niederlassung Nord der Autobahn Gmbg, Carsten Butenschön. Zwischen Bad Oldesloe und dem Autobahnkreuz Bargteheide beginnt im März der Bau von gleich drei Brücken. Außerdem wird die Strecke auf vier Kilometern Länge grunderneuert. Es gibt je Richtung aber zwei Fahrstreifen. Das Ganze soll im Juni 2028 fertig sein.
A7 Rader Hochbrücke: Der Bau einer neuen Autobahnbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg kommt voran. Nach Fertigstellung soll der Verkehr noch dieses Jahr von der alten Rader Hochbrücke auf die erste neue Brückenhälfte umgelegt werden. Im kommenden Jahr startet dann der Abbruch der alten Querung. A20: Nach langem Ringen um den Fledermausschutz ist im Frühjahr der Baustart für die sogenannte Südumfahrung von Bad Segeberg geplant. Das Teilstück von Weede östlich von Bad Segeberg bis Wittenborn ist 10,3 Kilometer lang. Es beinhaltet zwei Dutzend Bauwerke, darunter zwei große Brücken (Travetalbrücke, Gieselteichbrücke) und 13 ökologische Bauwerke - beispielsweise Brücken und Unterführungen für Fledermäuse. 131 Baustellen auf Bundes- und Landesstraßen: Aber nicht nur auf den großen Fernstraßen, auch auf den kleineren Landes- und Kreisstraßen werden Baustellen eingerichtet. Dazu gehören der dreistreifige Ausbau der B5 zwischen Tönning und Rothenspieker, die neue Fahrbahn der B5 Stedesand-Risum-Lindholm und die bereits gestartete Erneuerung der B76 bei Plön (Schöne Aussicht). Zudem werden die Fahrbahnen der L57 (Ortsdurchfahrt Schönwalde), L69 (Bornhöved), L116 (Kreidegrube-Saturn) und die Kreisstraße 23 (Jägerkrug-Ellingstedt) erneuert. Fehmarn: Im Zuge der sogenannten Hinterlandanbindung des Ostseetunnels nach Dänemark wird auch auf Fehmarn viel gebaut. Die B207 wird auf 16,3 Kilometern ausgebaut, es ist auch ein Ersatz für die Fehmarnsundbrücke geplant. Voraussichtlich im Sommer soll die Anschlussstelle Puttgarden fertig sein.