Autofahrerinnen und Autofahrer können am Donnerstag im Falle von Schnee und Eis aufgrund eines Streikaufrufs in Schleswig-Holstein mit glatten Bundes- und Landstraßen rechnen. "Die Straßenmeistereien werden bezirksübergreifend arbeiten und sich aushelfen, um sicherzustellen, dass Gefahrenstellen weitestmöglich entschärft werden", kündigte der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) an. Mit der Gewerkschaft Verdi sei eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen worden.
Auch auf Kreisstraßen kann es am Donnerstag zu einem eingeschränkten Winterdienst kommen. Den Ausfall streikender Beschäftigter der 22 Straßenmeistereien will der LBV so gut wie möglich mit einer der vorhandenen Fremdfirmen kompensieren. "Dies wird jedoch je nach Witterungslage nicht in allen Bereichen in vollem Umfang gelingen. Aufgrund der Witterung ist insbesondere in den Morgenstunden auch Glätte auf den Fahrbahnen nicht auszuschließen."
Verdi weitet Streiks aus
In der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder hat Verdi Beschäftigte in Schleswig-Holstein am Donnerstag in allen Bereichen zu Warnstreiks aufgerufen, die unter die laufende Tarifrunde fallen. Dazu zählen auch die Landesbauverwaltung, der Küstenschutz, das Uniklinikum in Kiel und Lübeck, die Landesverwaltung oder das Multimar Wattforum in Tönning. Ein Schwerpunkt ist der LBV. In Husum plant die Gewerkschaft eine Kundgebung.
"Viele Beschäftigte sind verärgert, dass es auch nach zwei Verhandlungsrunden noch immer kein Angebot gibt", sagte die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Diana Zimmermann. Zugleich wachse die Sorge, dass sich die Bezahlung im Länderbereich weiter vom öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen abkoppele.
Verdi und der Beamtenbund dbb fordern sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr. Insgesamt geht es um rund 2,2 Millionen Beschäftigte. Direkt verhandelt wird laut Verdi für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder außer für Hessen, das eigenständig verhandelt. Das Tarifergebnis soll später auf die Landes-Beamtinnen und -Beamten und Versorgungsempfänger übertragen werden, so dass auch diese rund 1,3 Millionen Menschen betroffen sind.
Die Tarifpartner wollen ihre Verhandlungen am 11. Februar in Potsdam fortsetzen.