Im Tarifkonflikt um die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in NRW hat die Gewerkschaft Verdi für Mittwoch (4. Februar) zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind Awo-Kindertagesstätten in mehreren Regionen von Nordrhein-Westfalen. Auch für Beschäftigte einiger Awo-Pflegeeinrichtungen gibt es Aufrufe zur Teilnahme an Warnstreiks.
Wo wird gestreikt?
In Essen hat Verdi Beschäftige der 23 Awo-Kitas zum Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass es Gruppen-Zusammenlegungen, Notbetreuungen und auch Einrichtungsschließungen geben wird.
Auch im Rhein-Erft-Kreis rechnet Verdi mit Gruppen-Zusammenlegungen, Notbetreuung in Awo-Kitas sowie einigen vorübergehenden Schließungen. Ähnliches bei einer Umfrage in mehreren Verdi-Bezirken auch für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis für Awo-Kitas zu hören.
Außerdem sind auch in Köln Beschäftigte der Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt zu Aktionen aufgerufen. Sofern auch Pflegeeinrichtungen von einem Warnstreik betroffen sind, sei die Betreuung der Bewohner sichergestellt, hieß es. Gemeinsam mit Streikenden im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes der Länder sind für Mittwoch Kundgebung in Essen, Aachen und Köln vorgesehen.
Wo folgen weitere Aktionen?
Für Donnerstag (5. Februar) hat Verdi Awo-Beschäftigte in Ostwestfalen-Lippe zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen seien Kindertageseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Verwaltung und OGS. In Herford ist eine Demonstration von Streikenden geplant.
Um was geht es?
Im Tarifkonflikt um die Awo NRW fordert Verdi 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Beschäftigten sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende. Zu den Forderungen gehören weitere Verbesserungen für Auszubildende. Verdi erwartet auch drei zusätzliche freie Tage für Gewerkschaftsmitglieder.
Als "völlig überzogen" und als "PR-Gag" für die Mitgliederwerbung kritisierten die Arbeitgeber die Forderung der Gewerkschaft. Im Durchschnitt entsprächen die Wünsche einer Lohnsteigerung von rund 13 Prozent. Der finanzielle Spielraum für alle Träger von sozialer Arbeit sei aber ohnehin enger geworden.