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Pflege in Not

Heimkosten: Wer kann das denn noch zahlen? Wenn man im Alter zum Sozialfall wird

Die Kosten für einen Aufenthalt im Pflegeheim gehen schnell in die Tausende. In vielen Fällen müssen Betroffene im Alter immer mehr aus der eigenen Tasche zuzahlen. Allein: Es fehlt ihnen das Geld.

Kosten für Pflege

Pflege im Heimen kann mehrere Tausend Euro im Monat kosten

DPA

Mehr Geld für die Pflege. Mehr Euros für Altenpfleger wie Ingrid Nowitzki oder Verena Kaiser. Das fordern alle. Fragt sich nur, wer am Ende zahlt.

Siegmar Engelmann, 66, aus Schwedt in der Uckermark fragt sich das besonders. Wegen seines Schwiegervaters. Vor zwei Jahren war der heute 84-Jährige plötzlich aggressiv geworden. In der Klinik ermittelten die Ärzte eine Demenz, stuften ihn als Pflegegrad 3 ein, Engelmann fand einen Platz im dem Heim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) "Am Stadtwall" in Angermünde, wo der Schwiegervater gut versorgt wurde.

1350 Euro sollte der Schwiegervater selbst zuzahlen. Das war bei 1000 Euro Rente nicht leicht, ging aber noch. Die Schwiegereltern hatten etwas gespart, lebten in einem eigenen Haus, was aber über 100 Jahre alt ist. Dann schloss Verdi einen Tarifvertrag für die Beschäftigten der AWO Brandenburg-Ost ab, mit dem Pflegekräfte besser bezahlt werden. Diese Kosten reichte die AWO teilweise an die Heimbewohner weiter. Im Juni vergangenen Jahres stieg der Eigenanteil von und Engelmanns Schwiegervater auf 1800 Euro, vom Februar an werden 1936 Euro fällig. Macht ein Plus von fast 600 Euro innerhalb eines Jahres

Alles verkauft was wertvoll war

Engelmann hat inzwischen das Haus der Schwiegereltern verkauft, wie auch Lebens- und Sterbeversicherungen aufgelöst, doch das Problem hat sich verschärft. Seine Schwiegermutter stürzte nach einem Termin beim Zahnarzt unglücklich, schlug mit dem Kopf auf, sitzt seitdem im Rollstuhl, dement, Pflegegrad 2, lebt bei ihrem Mann im Heim. Das heißt: Ab Februar werden ebenfalls 1936 Euro fällig. Ihre Rente liegt bei gut 500 Euro.

Engelmann fragt sich, wie er das bezahlen soll. Mit den Renten, die er und seine Frau Doris bekommen, können sie gut leben, aber die Kosten für die Heime der Schwiegereltern zu übernehmen, schaffen sie nicht. Das Geld aus den Verkäufen reicht vielleicht bis April, dann hofft er auf die Sozialhilfe. "Das ist ein beschissenes Gefühl für meine Schwiegereltern", sagt er. "Sie müssen sich bis aufs letzte Hemd ausziehen und werden zum Bittsteller." Das Taschengeld, das sie vermutlich erwartet, liegt bei 110 Euro im Monat. Natürlich sei es richtig, dass Pflegekräfte besser entlohnt werden, sagt er: "Aber müssen die Heimbewohner denn alles zahlen."

Außer schöne Worte nichts gehört

Mit anderen Angehörigen hat er sich einer Protestinitiative angeschlossen. Die steigenden Kosten treffen acht Heime in Brandenburg mit über 500 Plätzen. Engelmann und seine Mitstreiter stehen in den Fußgängerzonen, sammeln Unterschriften, reisen zu Landtags- und Bundestagsabgeordneten, doch bisher hörte er nur schöne Worte. Geändert hat sich wenig.

1936 Euro Eigenanteil. Damit liegt Siegmar Engelmanns Schwiegervater etwas über dem Durchschnitt in Deutschland, der im Januar laut "PKV-Pflegedatenbank" bei 1830 Euro liegt, allerdings fallen die Anteile regional sehr unterschiedlich aus. In Sachsen-Anhalt liegt er bei 1218 Euro, in Nordrhein-Westfalen bei 2252 Euro.

Niedrige Löhne im Osten

2252 Euro. Viele alte Menschen haben nicht so viel. Die Durchschnittsrente liegt bei 1095 Euro (Männer) und 622 Euro (Frauen).  Klar, manche besitzen Zusatzeinkünfte, Betriebsrenten, Ersparnisse, Riesterrente, Lebensversicherungen oder sogar eine Eigentumswohnung, aber diese Vermögen hat nicht jeder. Den meisten Ostdeutschen beispielsweise fehlen sie, weil dort die Löhne niedriger sind, und viele so weniger sparen können, weil Tarifverträge oft nicht gelten, so dass es weniger Betriebsrenten gibt, und weil weniger vererbt wird. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung reichte in 44 Prozent der Landkreise das Durchschnittseinkommen nicht, um stationäre Pflege zu bezahlen. Im Jahr 2013 mussten 41 Prozent der Pflegebedürftigen Sozialhilfe beantragen.

Dieses Ungleichgewicht wird sich verschärfen. Wer was verdient, unterscheidet sich stark. In Ostdeutschland verdient jeder dritte Arbeitnehmer weniger als 2000 Euro brutto,  hohe Renten  sind da nicht zu erwarten. Im Ruhestand wächst so eine neue Kluft der Ungerechtigkeit: Die Alterseinkommen sinken, aber die Pflegekosten, die man selbst tragen muss, steigen.

Was die Politik dazu sagt?

Bisher ziemlich wenig. Gudrun Hohendorf, die mit Siegmar Engelmann die Initiative der Angehörigen organisiert, erinnert sich an die Politiker, die sie in Brandenburg und Berlin angeschrieben hatten. Fast immer hörte sie zwei Antworten: Für Bedürftige gebe es doch die Grundsicherung, und man müsse halt für das Alter vorsorgen. Doch sie hält die Grundsicherung für entwürdigend, wenn man immer selbstständig lebte und arbeitete, um dann im Alter von dem Taschengeld des Sozialamtes zu leben. Und wie soll das eigentlich mit der Vorsorge klappen, fragt sie sich: "Manche Leute haben zwei, drei Jobs, damit sie überhaupt über die Runden kommen. Wie sollen die vorsorgen?"

Lesen Sie in Teil eins der stern-Serie "Pflege in Not": So bekämpft Berlin den Pflegebetrug

Lesen Sie in Teil zwei der stern-Serie "Pflege in Not": Wie der Medizinische Dienst der Krankenkassen die Lage in den Pflegeheimen kontrolliert.

  

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.