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Mitten im Weihnachtsgeschäft Bei Amazon wird bis Heiligabend gestreikt


Wer jetzt noch schnell ein Weihnachtsgeschenk bei Amazon bestellt, könnte zum Fest mit leeren Händen dastehen: Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter des Versandhändlers abermals zum Streik aufgerufen.

Mitten im Last-Minute-Weihnachtsgeschäft haben Amazon-Beschäftigte an mehreren Standorten erneut die Arbeit niedergelegt. Die Streiks begannen am Montagmorgen und sollen teilweise bis Heiligabend dauern, wie die Gewerkschaft Verdi in Berlin mitteilte. Amazon zufolge haben die Ausstände keinerlei Auswirkungen auf die Kunden: "Wir halten unser Lieferversprechen ein", sagte eine Sprecherin. Amazon schuf nach eigenen Angaben dieses Jahr über 800 neue unbefristete Stellen; 200 weitere sollen im Januar folgen.

Laut Verdi legten in den Versandzentren in Leipzig, Rheinberg, Werne, Bad Hersfeld, Graben und Koblenz Beschäftigte die Arbeit nieder. In Leipzig und Bad Hersfeld soll der Arbeitskampf schon am Montag beziehungsweise Dienstag enden erst Heiligabend.

Seit zwei Jahren ringt Verdi mit Amazon um die Einführung eines Tarifvertrages auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels - bislang ohne Durchbruch. "Die Beschäftigten bei Amazon fordern mit Nachdruck ihr Recht auf einen Tarifvertrag ein. Sie haben Amazon in den vergangenen Wochen mit kurzfristig angesetzten Streiks unter Druck gesetzt, und ihre Beharrlichkeit wird nicht nachlassen, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Solange der Versandhändler sich weigere, über "existenzsichernde Arbeitsbedingungen" zu verhandeln, werde es immer wieder zu Streiks kommen.

Amazon betont, ein guter Arbeitgeber zu sein

Amazon betont im Tarifstreit immer wieder, ein guter Arbeitgeber zu sein und vergleichsweise hohe Löhne zu zahlen. Laut dem Versandhändler erhält ein Mitarbeiter in einem Logistikzentrum nach zwei Jahren - zusammen mit Boni, Aktien und jährlichen Sonderzahlungen - einen durchschnittlichen Monatslohn von 2311 Euro. 

Insgesamt beschäftigt der Online-Riese in Deutschland über 10.000 Menschen; im Weihnachtsgeschäft wächst die Zahl durch Saisonkräfte auf das Doppelte an. Europaweit hat Amazon 29 Logistikzentren und plant weitere. 2017 soll etwa im nordrhein-westfälischen Werne ein weiteres Verteilzentrum aufmachen. 

Während Verdi trotz immer wiederkehrender Streiks im bei den Tarifverträgen nicht weiterkommt, erzielte die Gewerkschaft in einem anderen Punkt vor Gericht einen Teilerfolg gegen Amazon: Der Online-Händler hatte für den 13. und 20 Dezember an mehreren Standorten Sonntagsarbeit beantragt. Zwar kamen die zuständigen Behörden der Bitte Amazons in fast allen Fällen nach, doch Verdi legte vor mehreren Gerichten Beschwerde dagegen ein und siegte in allen Fällen.

tim AFP

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