Den Tierparks im Norden macht der strenge Winter zu schaffen. Der Tierpark Hagenbeck in Hamburg hat wegen der Glätte durch Eis und Schnee seit vergangenem Freitag seine Pforten schließen müssen. Wann er wieder für Besucherinnen und Besucher öffnet, wird aktuell nach Wetterlage entschieden, sagte eine Tierparksprecherin.
Wenn Gehege durch Schnee und Eis zu glatt würden, müssten Tiere wie Elefanten oder Zebras im Innengehege oder Stall bleiben, erklärt Tobias Taraba, Cheftierpfleger bei Hagenbeck.
Für andere Tiere sei das Wetter dagegen kein Problem. "Besonders die Tiger und Robben freuen sich über so ein Wetter", sagt Taraba. Aber auch die Aras seien bei Schnee gerne einmal draußen, ebenso wie Flamingos und Bisons.
Für die Volieren sei der schwere Schnee nicht gut. Die Tierpfleger benötigten lange, um die großen Vogelkäfige schneefrei zu bekommen. Werde dies nicht erledigt, bestehe die Gefahr, dass die Volieren einbrechen könnten.
Streueinsätze schon ab 4.00 Uhr morgens
"Unser Gärtnerteam ist schon sehr früh im und um den Tierpark herum unterwegs, um Wege zu räumen und zu streuen, teilweise schon ab 4.00 Uhr morgens", sagt Nils Heitmann, Gärtnermeister bei Hagenbeck. Das Team spreche sich täglich am Vorabend ab und prüfe die Wetterlage, um die Startzeit und die Aufgaben für den nächsten Morgen festzulegen. Der Tierpark muss bis 9.00 Uhr sicher begehbar sein. Wenn das nicht gewährleistet ist, kann er nicht öffnen.
Aufgrund der freilaufenden Tiere sowie des großen und alten Baumbestandes streue man nur mit Sand, sagt Heitmann. "Deshalb müssen wir mehrmals am Tag ausrücken." Bis jetzt habe das Team im Tierpark rund 15 Kubikmeter Streugut verteilt, Tendenz steigend.
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Auch die etwa 1.000 Bäume würden wegen der Schneemassen regelmäßig kontrolliert. Es hätten auch schon Entlastungsschnitte durchgeführt und Schnee abgeklopft werden müssen.
Höherer Energiebedarf wegen des kalten Wetters
Einige Tiere hätten aufgrund der winterlichen Temperaturen einen höheren Energie- und somit Futterbedarf, beispielsweise die Südamerikanischen Seebären und Walrosse, sagt der Cheftierpfleger.
Vor dem Winter werden im Tierpark alle Heizungen geprüft und es wird überall Streugut bereitgestellt. Auch die Eisfreihaltung der Wassergräben wird regelmäßig kontrolliert.
Darüber, wie sich das frostige Wetter auf die Heizkosten auswirke, könne man jetzt noch keine abschließende Auskunft geben, sagt Cheftierpfleger Taraba. Aber es entstünden erheblich höhere Heizkosten, gerade für die Warmhäuser wie das Tropen-Aquarium, das Orang-Utan-Haus, das Schildkrötenhaus und alle Stallungen. "Es muss immer sichergestellt werden, dass unsere Tiere nicht frieren."
In Gettorf bekommen Schimpansen heißen Tee
Im Tierpark Gettorf in der Nähe von Kiel dürfen die Tiere im Schnee bis auf wenige Ausnahmen raus, sagt Mitarbeiterin Silke Plogmann. "Unsere Kängurus hüpfen gerne durch den Schnee", sagt sie. Nur die Tapire dürften bei Temperaturen unter 10 Grad nicht ins Freie. Die Schimpansen im Tierpark Gettorf bekämen von den Pflegerinnen und Pflegern heißen Früchtetee gegen die Kälte.
Die Fütterung der Tiere sei wie immer, bei der Kälte sei der Energiebedarf etwas größer. "Die Stimmung bei dem Winterwetter ist sehr schön im Tierpark", sagt Plogmann. Dennoch ziehe das aktuelle Wetter nicht so viele Besucherinnen und Besucher an wie sonst.