Wenn es sich bei dem vor der dänischen Insel Anholt gestrandeten toten Wal tatsächlich um den Wismarer Buckelwal handelt, hoffen die Experten des Deutschen Meeresmuseum auf eine Untersuchung des Tieres. "Es geht darum, Erkenntnisse für künftige Strandungen und Rettungsaktionen zu gewinnen", sagte eine Sprecherin des Museums am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.
Die dänische Nachrichtenagentur Ritzau hatte unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen davon berichtet, dass das tote Tier etwa 75 Meter vor der Küste liege und vermutlich bereits seit einiger Zeit tot sei. Unklar war zunächst, ob es sich um den Wal handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak (Nordsee) transportiert worden war.
Ob es der Buckelwal ist, könnte über die Fluke zweifelsfrei bestätigt werden. Die Schwanzflossen haben in der Regel individuelle Musterungen und Umrisse und helfen deshalb bei der zweifelsfreien Identifizierung der Tiere. Das Meeresmuseum konnte in den vergangenen Wochen allerdings keine eigenen Fotos von der Fluke des gestrandeten Buckelwals machen.
Fluke und Haut des Buckelwals können Hinweise zur Identität geben
Erste Aufschlüsse könnte allerdings bereits die Haut des vor der dänischen Insel treibenden toten Tieres geben. Es gebe ja verschiedene Strukturen der Haut, die bereits aufgefallen seien. Auch habe das Tier eine erkennbare Schramme beziehungsweise Beschädigung der Hautoberfläche gehabt, die von einer Schiffsschraube verursacht worden sein kann.
Die Insel Anholt liegt mitten im Kattegat - einem Gewässer zwischen Dänemark und Schweden. Den Angaben zufolge fährt nur einmal am Tag eine Fähre auf die Insel.