Hochrechnungen für Europa wollte Albert Riera vor dem Bundesliga-Topspiel von Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig nicht anstellen. "Meine Gedanken kreisen darum, einen europäischen Startplatz zu erobern. Aber innerhalb der Mannschaft führen wir keine Gespräche darüber. Wir fokussieren uns auf das, was wir auf dem Platz leisten müssen und wollen. Was außerhalb unserer Kontrolle liegt - darüber sprechen wir nicht", sagte der Trainer des hessischen Fußball-Bundesligisten.
Nach Lage der Dinge könnte der siebte Tabellenplatz, den die Eintracht fünf Spieltage vor Saisonende einnimmt, für eine Europacup-Teilnahme reichen. Um diese Position zu behaupten, muss am Samstag (18.30 Uhr/Sky) vor heimischer Kulisse gegen den Champions-League-Anwärter aus Leipzig möglichst ein Sieg her. Denn der SC Freiburg sitzt den Frankfurtern mit nur zwei Punkten Rückstand im Nacken.
Erinnerungen an das desaströse 0:6 in Leipzig in der Hinrunde wollte der Eintracht-Coach daher gar nicht erst aufkommen lassen. "Das Spiel liegt einige Monate zurück. Die Mannschaft spielt jetzt anders. Wir konzentrieren uns nur auf die Gegenwart und haben dieses Spiel in dieser Woche nicht einmal erwähnt", berichtete Riera.
Gibt es ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Riera?
Der Spanier, der am vergangenen Mittwoch 44 Jahre alt wurde, verbreitete lieber wie gewohnt viel Zuversicht. "Wir hatten eine gute Trainingswoche und sind bereit für die Partie", bekräftigte er. In erster Linie komme es darauf an, den Sachsen wenig Raum zum Kombinieren zu gewähren. "Wir müssen ein nerviger Gegner sein ohne Ball und immer wieder draufgehen. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir leiden müssen", prophezeite Riera.
Verzichten müssen die Hessen weiter auf die verletzten Kaua Santos, Rasmus Kristensen, Jean-Matteo Bahoya und Nnamdi Collins. Ein Fragezeichen steht zudem hinter Ritsu Doan. "Er wird in Kürze Vater. Sollte seine Frau im Krankenhaus sein, wird er nicht spielen. Denn es gibt wichtigere Dinge im Leben als Fußball", sagte Riera.
Genau deshalb empfindet der Fußball-Lehrer auch keinen Druck im Saisonendspurt. "Für viele Menschen ist es ein Muss, dass wir nächstes Jahr in Europa dabei sind. Aber es ist doch etwas Schönes, um Europa spielen zu können. Andere kämpfen gegen den Abstieg", sagte Riera und gab für seine Schützlinge die Marschroute aus: "Sie sollen Spaß haben."