74 Haftbefehle
Er lebte wie ein Bond-Bösewicht: Deutscher Hacker in Bangkok verhaftet

Hacker Bangkok
Abendlicher Blick auf die Hochhäuser in Bangkok. In der Stadt nahm die Polizei einen jungen deutschen Hacker fest
© Carola Frentzen / dpa
Jahrelang soll ein junger Deutscher schwerste Straftaten im Internet begangen haben. Nun nahm ihn die Polizei in Thailand fest. Er wartet auf seine Abschiebung nach Deutschland.

Ein mit Dutzenden Haftbefehlen gesuchter Deutscher ist laut thailändischen Medien in Bangkok festgenommen worden. Den Berichten zufolge verhafteten thailändische Ermittler am Freitag den jungen Mann, dem Behörden in Deutschland und Europa schwere Cyberkriminalität vorwerfen.

Gegen den Mann sollen insgesamt 74 Haftbefehle vorliegen wegen Verbrechen, die er mutmaßlich in den Jahren 2021 bis 2025 verübte, berichtete etwa die „Bangkok Post“ unter Berufung auf thailändische Ermittler. Ihm werden unter anderem Internet-Erpressung und Hacking vorgeworfen. Er soll Ransomware-Dienste betrieben und zudem Plattformen angeboten haben, mit denen sogenannte Denial-of-Services-Attacken (DDoS) durchgeführt werden konnten. Dabei werden Webseiten und Apps gezielt lahmgelegt, indem sie mit unzähligen Datenanfragen überschüttet werden. Seine Straftaten sollen „globale Schäden“ verursacht haben, schreibt das Online-Portal „Thai Examiner“.

Hacker lebte wie ein „Bond-Bösewicht“

Die Ermittler überraschten den Mann auf Ersuchen internationaler Behörden im Bangkoker Bezirk Watthana. Der junge Deutsche habe wie der Bösewicht aus einem James-Bond-Film in einem Luxus-Kondominium gelebt, beschreibt „Thai Examiner“.

Bevor er sich in Thailand niederließ, soll er mehrfach den Wohnort gewechselt und unter anderem in Dubai und China gelebt haben, um einer Festnahme zu entgehen. Laut den Medien entzogen die thailändischen Behörden dem Mann seinen Aufenthaltstitel. Er warte nun in Haft auf seine Abschiebung nach Deutschland.

dpa
daho

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