Mit einem Großaufgebot von rund 300 Ermittlern sind die Behörden gegen ein mutmaßliches Schwarzarbeitsnetz in Hessen vorgegangen. Im Zentrum der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Zoll steht der 44-jährige Geschäftsführer einer Bau-Firma aus dem Hochtaunuskreis. Er wurde festgenommen und in Untersuchungshaft genommen, wie das Hauptzollamt Gießen berichtete. Acht weitere Beschuldigte blieben auf freiem Fuß.
Der mutmaßliche Haupttäter soll über Jahre hinweg Bauaufträge mit einem Umsatzvolumen von mehr als 80 Millionen Euro abgewickelt haben, ohne das eingesetzte Personal vollständig bei Sozialversicherungen und Finanzbehörden anzumelden. Das Geld für die Schwarzlöhne stamme aus Scheinrechnungen für nicht erbrachte Leistungen von Servicefirmen. Diese habe der Verdächtige zunächst bezahlt, um dann Bargeld zurückzuerhalten.
Die Ermittler gehen von einem Schaden für die Steuer- und Sozialkassen in Höhe von rund sechs Millionen Euro aus. Über diese Summe wurde ein Arrest im Vermögen des Verdächtigen verhängt. Ob die volle Summe letztlich zurückgeholt werden kann, ist zunächst offen. Bei den Durchsuchungen von 25 Firmenräumen, Wohnungen und Arbeiterunterkünften stellten die Beamten zunächst 20.500 Euro Bargeld und eine wertvolle Armbanduhr sicher.