Für Krisenfall
Berliner Verein plant zwei Bunker für Zivilschutz

Der gemeinnützige Verein Berliner Unterwelten macht alte Bunkeranlagen wieder zugänglich und informiert über ihre Geschichte. (A
Der gemeinnützige Verein Berliner Unterwelten macht alte Bunkeranlagen wieder zugänglich und informiert über ihre Geschichte. (Archivbild) Foto
© Christoph Soeder/dpa

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In Berlin gibt es derzeit keine Schutzbunker für die Bevölkerung. Nun will ein Verein zwei davon für den Zivilschutz herrichten. So sieht das Modellprojekt aus.

Der Verein Berliner Unterwelten will zwei der von ihm betreuten Bunkeranlagen als Schutzräume für den Krisenfall herrichten. Es handele sich um die frühere Zivilschutzanlage am Blochplatz in Gesundbrunnen und um einen früheren Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg an der Teichstraße in Reinickendorf, sagte der Betriebsleiter des gemeinnützigen Vereins, Kay Heyne, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir können dort im Rahmen eines Modellprojektes insgesamt knapp 2.000 Plätze schaffen. Das ist für eine Stadt wie Berlin nicht viel, aber ein Anfang." 

Nach Heynes Worten will der etwa 600 Mitglieder zählende Verein die Räume zumindest so vorbereiten, dass sie bei konventionellen Angriffen etwa mit Drohnen ähnlich denen im Ukraine-Krieg einen Basisschutz für drei oder vier Stunden bieten. Dazu wolle man zum Beispiel Stühle oder Wasserkanister beschaffen und Lüftungssysteme ertüchtigen. Zuerst hatte der RBB berichtet. 

Know-how vorhanden

"Wir haben in 30 Jahren Vereinsarbeit viel Know-how erworben, wir haben die Expertise mit solchen Schutzräumen", sagte Heyne. "Wir sind in der Lage, die Räumlichkeiten zu betreiben, zu unterhalten und vorzuhalten." 

Der Verein kümmert sich laut Heyne um etwa 20 frühere Bunker- und Tunnelanlagen in Berlin, macht sie in unterschiedlicher Form für die Öffentlichkeit zugänglich und informiert über deren Geschichte. Er betreibt auch ein Museum unter dem Bahnhof Gesundbrunnen. Kürzlich änderte der Verein seine Satzung, um sich auch im Zivilschutz engagieren zu können. Nicht alle Anlagen seien als Schutzräume geeignet, sagte Heyne.

Neue Debatte über Zivilschutz

Im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und anderer Bedrohungsszenarien wird in Deutschland und Berlin wieder über mehr Widerstandsfähigkeit diskutiert. Dabei geht es um den Ausbau einerseits der Verteidigungsfähigkeiten und andererseits des Zivil- und Katastrophenschutzes. 

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Montag angekündigt, die Kapazitäten beim Zivilschutz für den Kriegs- und Anschlagsfall massiv ausbauen zu wollen. Neben Sirenen zur Warnung der Bevölkerung gehören auch Bunker und andere Schutzräume zu den Notfall-Einrichtungen, die man nach dem Ende des Kalten Krieges für weitgehend überflüssig hielt. 

Nach den Worten Heynes gibt es in Berlin im Moment keine solchen Schutzanlagen, die letzten seien 2007 aufgegeben worden. Ein bundesweites Schutzraum-Konzept steht noch aus.

dpa

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