Internationale Beziehungen
Hessen schließt Partnerschaft mit Region Kiew

Mit der neuen Partnerschaft setzt Hessen ein Zeichen für die Ukraine. Foto: Barbara Kleeblatt/Hessische Staatskanzlei/dpa
Mit der neuen Partnerschaft setzt Hessen ein Zeichen für die Ukraine. Foto
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Hessen stärkt mit einer neuen Partnerschaft die Zusammenarbeit mit der Region Kiew. Im Fokus stehen Wiederaufbau, Wirtschaft und ein klares Signal an die Ukraine.

Hessen hat eine Partnerschaft mit der Region rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew geschlossen. Europaminister Manfred Pentz (CDU) reiste dafür auf Einladung des Gouverneurs der Oblast Kiew, Mykola Kalaschnyk, in die Ukraine und unterzeichnete eine entsprechende Absichtserklärung gemeinsam mit ihm in Kiew. Das teilte das Europaministerium in Wiesbaden mit.

"Die Ukraine ist ein europäisches Land – und sie kämpft für Werte, die uns alle ausmachen", sagte Pentz laut Mitteilung über das Kriegsland, das sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. "Diese Partnerschaft ist unser Bekenntnis: Wir stehen nicht am Rand, wir engagieren uns." Hessen übernehme diese Verantwortung nicht aus Pflichtgefühl. "Sondern weil wir überzeugt sind: Was der Ukraine nützt, nützt Europa. Und was Europa stärkt, stärkt Hessen."

"Für uns ist es wichtig, dass internationale Partner die Ukraine heute nicht nur mit Worten unterstützen, sondern auch in die Region Kiew kommen, um mit eigenen Augen die Folgen der russischen Aggression und die Art und Weise, wie sich unsere Gemeinden erholen und weiterleben, zu sehen", erklärte Kalaschnyk.

Hessische Unternehmen sollen Expertise einbringen

Die Partnerschaft soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit beim Wiederaufbau der Ukraine fördern. Hessische Unternehmen könnten ihre Expertise in Infrastruktur, Logistik und digitalen Technologien einbringen, führte das Europaministerium aus. 

Zugleich eröffne eine enge Vernetzung mit einer reformorientierten, sich entwickelnden Wirtschaftsregion wie der Oblast Kiew neue Märkte und stärke die Resilienz hessischer Unternehmen gegenüber einseitigen Abhängigkeiten, hieß es. Die Oblast Kiew zählt den Angaben zufolge mit über 1,8 Millionen Einwohnern zu den wirtschaftsstärksten Regionen der Ukraine. 

100.000 Ukrainer leben in Hessen 

Aktuell leben dem Ministerium zufolge rund 100.000 ukrainische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Hessen. Sie bildeten die zweitgrößte Gruppe ausländischer Bürgerinnen und Bürger im Land. "Die neue Partnerschaft sendet deshalb auch ein klares Signal: Hessen bleibt ein verlässlicher Partner an der Seite der Ukraine", erklärte das Ministerium. 

Die Kooperation soll laut dem sogenannten Memorandum of Understanding unter anderem durch Dialog, Delegationsbesuche, fachlichen Austausch sowie gemeinsame Projekte und Fachveranstaltungen ausgestaltet werden.

Neben der Unterzeichnung der Absichtserklärung tauschte sich Pentz laut Mitteilung unter anderem mit Rostyslaw Ohrysko aus, dem stellvertretenden Minister für Europa in der Ukraine. Treffen gab es demnach auch mit Vitali Klitschko, dem Bürgermeister der Stadt Kiew, und Abgeordneten aus dem ukrainischen Parlament.

Weitere hessische Regionalpartnerschaften

Hessen pflegt bereits Regionalpartnerschaften mit Wielkopolska (Polen), Nouvelle-Aquitaine (Frankreich), Bursa (Türkei), Emilia-Romagna (Italien), Vojvodina (Serbien) und Wisconsin (USA).

dpa