In Neu-Isenburg, Königstein und Bad Soden waren Tausende Menschen kürzlich wegen technischer Pannen einige Stunden ohne Strom. In Berlin waren es nach einem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf die Stromversorgung Zehntausende tagelang. Hessens Netzbetreiber setzen bei Ausfällen auf redundante Netze und Einsatzteams, die rund um die Uhr Schäden beseitigen können.
Redundante Systeme und Bereitschaftsteams
In Frankfurt etwa gewährleisten nach Angaben des Netzbetreibers Mainova größtenteils redundante Systeme eine hohe Versorgungszuverlässigkeit. Stromnetze sind redundant, wenn sie über parallele Verbindungen verfügen, über die der Strom im Falle eines Ausfalls alternativ transportiert werden kann. "Bei Ausfällen, egal welcher Art, greifen unsere Notfallpläne", führte ein Sprecher der Städtischen Werke Kassel aus. "Wir haben Bereitschaftsteams, die rund um die Uhr Schäden beseitigen können und ständig einsatzbereit sind. Wir bevorraten Ersatzteile und Notstromaggregate und schaffen Redundanzen in den Netzen."
Die RhönEnergie-Netzgesellschaft OsthessenNetz kann nach eigenen Angaben im Störungsfall zeitnah reagieren. "Unser Stromnetz ist so aufgestellt, dass eine räumliche Bündelung vieler Leitungen und Anlagen vermieden wird", erklärte ein Sprecher. Auch der Kasseler Netzbetreiber EAM kann im Notfall nach eigenen Angaben zügig reagieren. "Unser Netz ist redundant und ringförmig aufgebaut und wird rund um die Uhr von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer zentralen Netzleitstelle überwacht", erklärte eine Sprecherin.
Innenministerium: Hessisches Stromnetz grundsätzlich stabil
Nach Angaben des hessischen Innenministeriums ist das deutsche und das hessische Stromnetz grundsätzlich sehr stabil. Es zeichne sich durch vergleichsweise geringe Ausfallzeiten aus. "Im Durchschnitt war in Deutschland im Jahr 2022 die Stromversorgung je Verbraucher insgesamt nur 12,2 Minuten unterbrochen", teilte das Ministerium mit.
Für das Jahr 2022 hätten nach Angaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) insgesamt 855 Netzbetreiber 157.245 Versorgungsunterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung übermittelt. Die Anzahl der Störungsmeldungen habe dabei gegenüber dem Vorjahr um etwa 9.300 Meldungen abgenommen. "Trotz dieser guten Werte kann ein Stromausfall natürlich nie gänzlich ausgeschlossen werden", betonte das Ministerium.