Bademode
Rekordversuch am Bikini-Geburtstag und neue Schau auf Usedom

Jürgen Kraft ist eigentlich Fahrlehrer, hat aber eine Bademodensammlung mit rund 700 Teilen. Foto: Stefan Sauer/dpa
Jürgen Kraft ist eigentlich Fahrlehrer, hat aber eine Bademodensammlung mit rund 700 Teilen. Foto
© Stefan Sauer/dpa
1.200 Menschen im Bikini am Strand – auf Usedom soll ein Weltrekord fallen. Hinter der Aktion steht ein Fahrlehrer und passionierter Bademodensammler - unterstützt von einem Museum aus dem Südwesten.

Etwa 1.200 Frauen in Bikini oder Zweiteiler aufgereiht am Strand von Usedom - das ist die Vision von Bademodensammler Jürgen Kraft für den 5. Juli dieses Jahres. "Wir wollen einen Weltrekord brechen", sagt der 63-Jährige. Dabei können aber nicht nur Frauen helfen. "Es gibt auch einen brasilianischen Designer, der hat einen Herren-Bikini erfunden. Wer so etwas in seinem Kleiderschrank hat, kann auch gerne kommen." Unterstützt wird die Aktion vom BikiniARTMuseum (BAM) in Bad Rappenau in Baden-Württemberg.

Anlass für die Aktion ist der 80. Geburtstag des Bikinis. Am 5. Juli 1946 stellte der Franzose Louis Réard den knappen Zweiteiler namens Bikini in Paris vor. Keines der seriösen Mannequins, wie Models damals hießen, war ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs bereit, die modische Innovation zu präsentieren. So war es Nackttänzerin Micheline Bernardini vorbehalten, der Weltöffentlichkeit im Pariser Schwimmbad Molitor den ersten Bikini vorzustellen.

Fahrlehrer mit Sammlung Hunderter Badeanzüge 

Die gesellschaftliche Sprengkraft war dem Schöpfer bewusst, erklärte Kraft. "Am 1. Juli war die erste Atombombenexplosion auf dem Bikini-Atoll." An diesen Test habe Réard angeknüpft. "Er wollte so diesen Hype nutzen, weil die ganze Welt sprach über das Bikini-Atoll." Kraft ist von Beruf Fahrlehrer, hat aber selbst eine Bademodensammlung, die nach seinen Angaben etwa 700 Teile umfasst.

Das BAM will für die Aktion Anfang Juli auch drei echte Réard-Bikinis aus dem eigenen Bestand beisteuern. Jüngst war Kraft im Südwesten, um schon einmal nach geeigneten Stücken zu schauen. Das Museum ist nach eigenen Angaben das erste internationale Museum für Badekultur und besitzt nicht nur mehrere originale Réards, darunter auch den laut Kraft unbezahlbaren und wohl wertvollsten Bikini, den "Goldenen Réard" aus glänzendem Stoff.

Das BAM erwarb bei einer Auktion für 27.500 Dollar auch den knallroten Badeanzug von Pamela Anderson aus der Kult-Serie "Baywatch". Der taugt laut Kraft, der als Kurator mit dem Museum verbunden ist, für den Rekordversuch natürlich nicht, weil es kein Bikini ist. Noch deutlich wertvoller ist laut Kraft der Bikini, den die Schauspielerin Carrie Fisher als Prinzessin Leia in einem der "Star-Wars"-Filme trug. Das BAM ersteigerte auch dieses Stück für einen sechsstelligen Betrag. 

Ab Sommer neue Ausstellung auf Usedom

Nach Aussage Krafts gab es schon eine Bikini-Parade in Australien mit rund 360 Teilnehmerinnen und 2012 in China mit mehr als 1.080 Teilnehmerinnen. Ein entsprechender Eintrag findet sich auch in der Guinness-Rekordliste. Für die Usedomer Aktion sei keine entsprechende Beurkundung geplant. Dafür fehle das Geld.

Ganz um Bademode dreht sich noch ein weiteres Projekt, das dieses Jahr auf Usedom realisiert werden soll. "Die Sonderausstellung "Die Welt geht Baden" kommt auf die Insel Usedom", kündigt Marco Preißer an. Er ist Direktor des BAM und Aufbauleiter der neuen Ausstellung auf Usedom. Man beteilige sich mit einigen hundert Exponaten. "Pünktlich zum Sommer steht die neue Ausstellung auf dem Grenzparkplatz in Ahlbeck."

Auch Kraft will Stücke aus seiner Sammlung zeigen. Die Ausstellung soll in einem großen Zelt untergebracht werden. "Anfang Mai haben wir die Zeltbauer da", sagte der 63-Jährige. Der Innenausbau dauere ungefähr einen Monat. Im Juni soll die Schau dann eröffnen.

dpa