Nach der für August angekündigten Schließung eines Ikea-Kundenservice-Callcenters in Rostock sind Geschäftsleitung und Betriebsrat am Donnerstag zu Gesprächen zusammengekommen. Über den Verlauf und ein etwaiges Ergebnis wurde nichts bekannt. Es ging um einen möglichen Sozialplan für die 279 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach Angaben der Gewerkschaft Verdi zum 30. September 2026 gekündigt werden sollen.
Die geplante Einstellung des "Customer Support Center" (CSC) wird laut Ikea voraussichtlich bis Ende August 2026 erfolgen. "Auch wenn solche Entscheidungen nie einfach sind, werden sie getroffen, um die langfristige Stärke und nachhaltige Zukunft von Ikea Deutschland im sich wandelnden Einzelhandel zu sichern", betonte das Unternehmen in einer Erklärung. Das Ikea Einrichtungshaus in Rostock sei von dieser Entscheidung nicht betroffen und bleibe ein wichtiger Teil der regionalen Präsenz des Unternehmens.
Kritik von den Grünen
Der Rostocker Kreisverband der Grünen kritisierte die geplante Schließung. "Das Call Center in Rostock hat seit 2006 einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, dass Ikea in Deutschland wirtschaftlich so erfolgreich ist. Umso bitterer ist es, dass ausgerechnet diese Beschäftigten jetzt die Rechnung zahlen sollen. Wenn ein großer Konzern wie Ikea einen Standort schließt, dann ist ein fairer Sozialplan das absolute Minimum", sagte Ole Krüger, Spitzenkandidat der Grünen zur Landtagswahl in MV.
René Domke, Sprecher der FDP-Gruppe im Landtag, betonte, die Nachricht treffe fast 300 Menschen und ihre Familien hart, und das mitten in einer Region, in der gut bezahlte Stellen im Dienstleistungsbereich ohnehin rar seien. "Das verdient Mitgefühl und Anerkennung für die Leistungsbereitschaft und Loyalität. Aber wir tun den Betroffenen keinen Gefallen, wenn wir Überraschung vorgaukeln würden, als sei die Schließung eines Callcenters zugunsten von KI und Automatisierung ein Einzelfall. Sie ist es nicht. Sie ist ein Vorbote."