Winterwetter Sturmtief "Elli" legt Niedersachsen lahm – Dutzende Unfälle

Die glatten Straßen machen Autofahrern in Niedersachsen zu schaffen. Foto: Julian Stähle/dpa
Die glatten Straßen machen Autofahrern in Niedersachsen zu schaffen. Foto
© Julian Stähle/dpa
Lastwagen blockieren, Autos schleudern auf Schnee und Eis: Das Sturmtief "Elli" hat Niedersachsen fest im Griff. Was die Polizeien den Autofahrern jetzt dringend raten.

Schnee, Glätte und Schneeverwehungen haben am Freitag in weiten Teilen Niedersachsens zu zahlreichen Verkehrsunfällen und Behinderungen geführt. Auf Autobahnen und Bundesstraßen kam es wegen des Sturmtiefs "Elli" zu Sperrungen, Rückstaus und liegen gebliebenen Fahrzeugen. Die Polizei appellierte erneut, nicht zwingend notwendige Fahrten zu vermeiden.

Hannover: allein zwischen 11.30 und 15.40 Uhr rund 90 Einsätze

Allein im Bereich der Polizeidirektion Hannover registrierten die Einsatzkräfte zwischen dem Morgen und dem späten Vormittag rund 100 wetterbedingte Einsätze. Seitdem hat sich die Lage keineswegs beruhigt: Zwischen 11.30 und 15.40 Uhr kamen rund 90 Einsätze im Zusammenhang mit der Verkehrslage hinzu. Davon waren 32 Verkehrsunfälle, der Rest festgefahrene Lkw und Pkw.

Besonders betroffen waren Autobahnen, wo sich mehrere Lastwagen festfuhren oder querstellten. Auf der A2 bei Garbsen drehte sich ein Lkw und blockierte zeitweise alle Fahrstreifen, zudem geriet ein Fahrzeug auf der A7 bei Mellendorf in die Schutzplanke. Nach Polizeiangaben wurden bei mehreren Unfällen Menschen leicht verletzt.

Bundesstraße 73 nach mehreren Kollisionen voll gesperrt

Auch aus anderen Regionen meldete die Polizei zahlreiche Unfälle wegen der Glätte. Im Landkreis Cuxhaven kam es seit der Nacht zu rund 30 Verkehrsunfällen. In den allermeisten Fällen sei es bei Blechschäden geblieben. Die Bundesstraße 73 wurde zwischen Cadenberge und Neuhaus nach mehreren Kollisionen voll gesperrt. "Wenn Sie nicht los müssen, bleiben Sie definitiv zu Hause!", schrieb eine Sprecherin der Polizei Cuxhaven.

In der Region Osnabrück zählte die Polizei bislang rund 50 witterungsbedingte Einsätze, darunter 34 Verkehrsunfälle. In Bramsche wurde eine Mitfahrerin bei einem Glätteunfall schwer verletzt, die Fahrerin leicht. Weitere Unfälle mit Verletzten gab es unter anderem auf der Autobahn 1 und der Autobahn 30 sowie im Stadtgebiet von Osnabrück.

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Meist nur Blechschäden, vereinzelt Verletzte

In den Landkreisen Cloppenburg und Vechta ereigneten sich nach Angaben der Polizei seit der Nacht rund 30 Verkehrsunfälle, meist mit Blechschäden. Drei Menschen wurden leicht verletzt. Probleme bereitete vor allem der Schwerlastverkehr, unter anderem auf der Bundesstraße 213.

Ähnliche Lagen meldeten die Polizeien aus den Landkreisen Verden und Osterholz: Dort kam es zu mehreren Unfällen und Verkehrsbehinderungen, insbesondere auf der A1 und an Autobahnauffahrten. Verletzte gab es nur vereinzelt.

Polizei mahnt zu wenig Geschwindigkeit, Abstand und Bereifung

Auch aus dem Raum Lüneburg, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und dem Heidekreis wurden zahlreiche Unfälle wegen der Glätte gemeldet. Teilweise mussten Kreis-, Landes- und Bundesstraßen wegen verunglückter Lastwagen oder Bergungsarbeiten gesperrt werden. In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden, vereinzelt wurden Menschen leicht verletzt.

Die Polizei mahnte landesweit zu angepasster Geschwindigkeit, ausreichendem Abstand und wintertauglicher Bereifung. Bei den weiter angespannten Wetter- und Straßenverhältnissen sollten Autofahrer möglichst auf nicht notwendige Fahrten verzichten.

dpa