Unter den Passagieren des vom Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs war auch ein Mensch aus Niedersachsen. Das teilte das niedersächsische Landesgesundheitsamt auf Anfrage mit.
Die Person befinde sich im Ausland und stehe unter der Aufsicht der dortigen Gesundheitsbehörden, hieß es. Über weitere Personen im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff lägen keine Informationen vor. Nähere Angaben zu dem oder der Betroffenen machte das Landesgesundheitsamt nicht.
Vier weitere deutsche Passagiere des Schiffs "Hondius" waren von der Kanareninsel Teneriffa zunächst in die Niederlande geflogen und dann nach Deutschland gebracht worden. Ein Sprecher der Uniklinik Frankfurt bestätigte am Morgen die Ankunft des sogenannten Sonderisoliertransports. In der Klinik sollten die Passagiere weiter untersucht und beobachtet und anschließend zur vorsorglichen Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden. Ein weiterer deutscher Passagier wurde nach Großbritannien geflogen.
Mit Stand Sonntag hatte die Weltgesundheitsorganisation sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff erfasst. Drei dieser acht Personen waren gestorben.
Gesundheitsamt: Risiko für Niedersachsen "gering"
Der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamts, Fabian Feil, betonte, dass sich die Hantavirus-Infektionen auf dem Kreuzfahrtschiff grundsätzlich von den in Deutschland auftretenden Infektionen unterschieden. "Auf dem Schiff ist das in Südamerika vorkommende Andes-Hantavirus aufgetreten, das sehr schwere Infektionen mit einer Atemwegssymptomatik verursachen und auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann – allerdings nur bei engem und längerfristigem Kontakt", sagte Feil.
In Deutschland träten die bei Rötelmäusen vorkommenden Puumala-Hantaviren sowie in geringerem Umfang die bei Brandmäusen vorkommenden Dobrava-Belgrad-Hantaviren auf, über deren Ausscheidungen Infektionen beim Menschen ausgelöst werden könnten. Diese seien nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, und bei einer Infektion bestehe eine deutlich geringere Sterblichkeit. "Das Risiko ist für die niedersächsische Bevölkerung insgesamt als gering einzuschätzen", sagte der Gesundheitsexperte.
So viele Hantavirus-Fälle gab es zuletzt in Niedersachsen
In den vergangenen Jahren wurden laut Landesgesundheitsamt in Niedersachsen teils mehrere Dutzend laborbestätigte Hantavirus-Infektionen registriert:
2021: 48 Fälle2022: 13 Fälle2023: 66 Fälle2024: 31 Fälle2025: 45 Fälle2026: 9 Fälle
Todesfälle seien nicht darunter gewesen.