Tarifstreit
Ab Freitag Warnstreik in Nahverkehr in Osnabrück

Im Tarifstreit im kommunalen Nahverkehr erhöht Verdi den Druck. (Symbolbild) Foto: Stefan Puchner/dpa
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Nach gescheiterten Verhandlungen im Nahverkehr legt Verdi mit einem Warnstreik in Osnabrück nach. Müssen bald auch Pendler in anderen Städten mit Ausfällen rechnen?

Im Tarifstreit beim kommunalen Nahverkehr ruft Verdi zum Warnstreik in Osnabrück auf. Am Freitag und Samstag ruft die Gewerkschaft die Beschäftigten von SWOmobil zum zweitägigen Ausstand auf, wie Verdi mitteilte. Am Freitagvormittag ist eine Kundgebung geplant. Aktionen in weiteren Städten seien an den beiden Tagen nicht geplant, hieß es auf Nachfrage bei Verdi.

Ob es danach zu weiteren Aktionen in anderen Orten kommen kann, ließ die Gewerkschaft offen. Hintergrund ist die festgefahrene Tarifrunde in Niedersachsen. Verdi hatte bereits am Montag angekündigt, vor der kommenden Verhandlungsrunde am 1. Juni werde man den Druck "noch einmal deutlich erhöhen". Mögliche Warnstreiks würden rechtzeitig bekanntgegeben. Zuvor war die vierte Verhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) ohne Ergebnis zu Ende gegangen. 

Erster Warnstreik direkt zur Hannover Messe

In Niedersachsen ist es nun der zweite Warnstreik in der aktuellen Tarifrunde. Die Gewerkschaft hatte im April für zwei Tage zum Ausstand, damals in mehreren Städten gleichzeitig. In Hannover und Braunschweig brachte das den Bus- und Stadtbahn-Verkehr zum Erliegen, auch in Osnabrück, Göttingen und weiteren Städten fielen Busse aus. In Hannover fand der Warnstreik direkt zur Hannover Messe statt. Aus Politik und Wirtschaft hatte es dafür Kritik gegeben.

Die Tarifverhandlungen für die zehn kommunalen Verkehrsunternehmen im Land laufen seit Mitte Februar. Verdi fordert Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen, darunter Entlastungen bei Wochenarbeitszeit und Schichtdiensten sowie mehr Urlaubstage und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

Arbeitgeber warnen vor Ausdünnung des ÖPNV

Die Arbeitgeber halten die Forderungen für finanziell nicht darstellbar. Eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei gleichzeitigem Lohnausgleich würde "im Ergebnis die Reduzierung des ÖPNV-Angebotes nach sich ziehen", warnte KAV-Hauptgeschäftsführer Michael Bosse-Arbogast laut Mitteilung. "Wir hoffen sehr, dass die Gewerkschaft in den nächsten drei Wochen bis zum 1. Juni 2026 zur Vernunft kommt und diese Forderung zurücknimmt."

dpa