Atommüll
Castor-Transporte durch NRW: Anti-Atom-Demos ab dem Abend

Mit Kundgebungen und einer Dauermahnwache bereiten sich Anti-Atomkraft-Initiativen auf den Start der Castor-Transporte vor. (Arc
Mit Kundgebungen und einer Dauermahnwache bereiten sich Anti-Atomkraft-Initiativen auf den Start der Castor-Transporte vor. (Archivbild) Foto
© David Ebener/dpa
Umweltschützer und Anti-Atomkraft-Initiativen rufen an mehreren Standorten zum Protest gegen die umstrittenen Atommüll-Transporte auf. In Jülich und Ahaus richten sie sich auf lange Mahnwachen ein.

Mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen wollen ab dem Abend gegen die geplanten Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen protestieren. Laut Aktionsbündnis "Stop Westcastor" soll ab 18 Uhr vor dem Forschungszentrum in Jülich eine Dauerkundgebung starten. Zeitgleich ist in Ahaus eine Demo vom Bahnhof zum Rathaus angemeldet, wie die Polizei im Kreis Borken bestätigte. Ab 20 Uhr wollen die Atomkraftgegner der Bürgerinitiative Ahaus eine nächtliche Dauermahnwache vor dem Zwischenlager einrichten. 

Die Naturschutzorganisation BUND Nordrhein-Westfalen, die seit Jahren auch juristisch gegen die Transporte kämpft, rief ab 20 Uhr zu einer Mahnwache an einer Brücke der Autobahn 42 bei Duisburg auf. Die Ruhrgebietsstadt befinde sich in der Mitte der Transportstrecke von Jülich nach Ahaus. Polizei oder Innenministerium machen auf Nachfrage keine Angaben zum Start oder der Route der Atommüll-Transporte.

Zahlreiche Transporte nötig

Bei dem zu transportierenden Atommüll handelt es sich um rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus einem 1988 abgeschalteten Versuchsreaktor in Jülich. Sie befinden sich in 152 speziellen Schutzbehältern, sogenannten Castoren. 

Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke nach Ahaus wird nach bisherigen Angaben voraussichtlich jeweils ein kleiner Konvoi von bis zu vier Schwertransportern unterwegs sein. Angesichts der 152 Castoren dürften es zahlreiche Transporte werden.

Es gibt in Deutschland derzeit noch keine Endlager, in denen auf Hunderttausende Jahre hinweg strahlender Atommüll sicher gelagert werden soll. Stattdessen gibt es sechzehn Zwischenlager, unter anderem in Ahaus.

dpa