Nach Ausschreitungen am Rande einer pro-kurdischen Demonstration in Dortmund hat die Polizei eine Ermittlungskommission zur genauen Aufarbeitung der Vorfälle eingerichtet. Sieben Polizisten waren in der Innenstadt verletzt worden, in ihrer unmittelbaren Nähe detonierten Böller. "Mehrere Versammlungsteilnehmende randalierten und beschädigten Fensterscheiben von Imbissbetrieben", berichtete die Polizei.
Für Freitag sei eine "erneute Versammlungsanmeldung mit Bezug zu kurdischen Anliegen" angemeldet. Geplant sei ein Aufzug ab dem späten Nachmittag. Der Anmelder erwarte für die zweistündige Versammlung rund 400 Teilnehmende. Die Polizei werde "mit einem verstärkten Kräfteansatz vor Ort sein." Zudem würden derzeit noch Auflagen geprüft.
Laut Polizei kam es zu schwerwiegenden Straftaten
Bereits unmittelbar nach der Versammlung am Dienstagabend mit laut Polizei rund 4.000 Teilnehmenden waren Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzungsdelikten und Sachbeschädigung eingeleitet worden. Es seien auch Steine auf die Einsatzkräfte geworfen worden. Hier sei niemand verletzt worden.
Die Polizei bewertete die Vorfälle als schwerwiegende Straftaten und leitete zwei Strafverfahren ein. Intensive Ermittlungen zur Identifizierung der Tatverdächtigen dauerten an. Es sollten unter anderem Videos ausgewertet werden, die von Privatpersonen und Einsatzkräften aufgenommen wurden.
Auch Fensterscheiben eines Imbisses waren in der Ruhrgebietsstadt beschädigt worden. Am Morgen nach dem Angriff hatten dort bereits Reparaturarbeiten stattgefunden, erste Schäden waren behoben.
Demonstrationen gegen den Krieg in Nordsyrien hatten am Dienstag unter anderem auch in Düsseldorf, Münster und Siegen gegeben.
Auch die Bundespolizei ermittelt
Die Bundespolizei, die für den Dortmunder Hauptbahnhof zuständig ist, ermittelt ebenfalls gegen mehrere Personen. In der Abreisephase nach der Demonstration hätten Einsatzkräfte eine Schlägerei unterbunden, teilte ein Sprecher mit. Auch habe es den Versuch einer Gefangenenbefreiung gegeben, als Personen der Wache zugeführt werden sollten. Beamte hätten außerdem einen Mann gestellt, der Flaschen auf Unbeteiligte geworfen haben soll.
Bei der Kontrolle eines weiteren Mannes sei ein mitgeführtes Messer sichergestellt worden. Insgesamt mussten den Angaben zufolge sieben Personen zur Wache der Bundespolizei mitkommen, wo ihre Personalien festgestellt worden seien. Danach seien alle entlassen worden, erklärte der Sprecher. Beamte der Bundespolizei wurden bei dem Einsatz nicht verletzt.
Die rund 4.000 versammelten Menschen waren der Demonstration unter dem Motto "Gegen das Töten von Unschuldigen, Zivilisten und Kindern" gefolgt. Bei einer Liveübertragung eines Teilnehmers im Internet waren unter anderem zahlreiche pro-kurdische Flaggen zu sehen. Die Polizei stellte zugleich aber klar, dass sich ein Großteil der Demo-Teilnehmer friedlich verhalten habe.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch Polizeikräfte aus umliegenden Polizeibehörden waren hinzugezogen worden. Die Versammlung sei im Vorfeld mit rund 400 Teilnehmenden angezeigt worden, erklärte die Polizei. Nach dpa-Informationen waren mehrere Hundert Beamte im Einsatz.