Kriminalität Frauen zur Prostitution gezwungen – vier Festnahmen

Ermittler haben ein mutmaßliches Schleusernetzwerk in Nordrhein-Westfalen aufgedeckt. (Symbolbild) Foto: David Inderlied/dpa
Ermittler haben ein mutmaßliches Schleusernetzwerk in Nordrhein-Westfalen aufgedeckt. (Symbolbild) Foto
© David Inderlied/dpa
Nach Kontrollen in einem Massagesalon deckt die Polizei ein mutmaßliches Schleusernetzwerk auf. Vier Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Ermittler haben ein mutmaßliches Schleusernetzwerk in Nordrhein-Westfalen aufgedeckt, das Frauen illegal nach Deutschland gebracht und zur Prostitution gezwungen haben soll. Vier Verdächtige seien festgenommen worden und in Untersuchungshaft, teilte die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis mit. 

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren den Angaben zufolge Kontrollen eines Massagesalons in Sankt Augustin im Sommer 2024. Die Behörden stießen dabei auf erste Hinweise auf illegal in Deutschland lebende Frauen, die der Prostitution nachgingen. Daraufhin wurden verdeckte Ermittlungen eingeleitet, hieß es weiter.

Schleuser "zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung"

Insgesamt seien in der Folge elf Personen chinesischer und ungarischer Herkunft im Alter von 22 bis 64 Jahren identifiziert worden, die von einer mutmaßlichen Bande illegal nach Deutschland geschleust und zur Prostitution gezwungen worden waren. Sie lebten oder arbeiteten den Angaben zufolge in Troisdorf, Köln, Düsseldorf, Wuppertal, Aachen, Bonn, Bochum, Mülheim an der Ruhr und Castrop-Rauxel.

Am Mittwoch durchsuchten rund 120 Polizeikräfte etwa 20 Objekte. Bei den vier bei dem Einsatz festgenommenen Verdächtigen handelte es sich den Angaben zufolge um chinesische Staatsbürger im Alter von 32 bis 62 Jahren. Die Ermittler werfen ihnen vor, als Schleuser "zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung" tätig gewesen zu sein. Die Polizei beschlagnahmte zudem Bargeld, Schmuck, zwei Autos und zwei Eigentumswohnungen.

Man sei froh, eine "Menschenhändlerstruktur durchbrochen" zu haben, hieß es bei der Polizei.

dpa