Landgericht Bochum
Mordversuch aus Eifersucht: Zehneinhalb Jahre Haft

Der Angeklagte war in Montenegro festgenommen worden. (Archivfoto) Foto: Bernd Thissen/dpa
Der Angeklagte war in Montenegro festgenommen worden. (Archivfoto) Foto
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Als er hört, dass seine Ex-Partnerin einen neuen Freund hat, lauert ein 52-jähriger Mann der Frau auf und bringt sie mit einer Eisenstange fast um. Im Urteil sprechen die Richter deutliche Worte.

Mehr als anderthalb Jahre nach einer brutalen Gewalttat hat das Bochumer Schwurgericht einen 52-jährigen Serben wegen Mordversuchs zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte soll im Juni 2024 seiner Ex-Partnerin in Bochum aufgelauert und sie mit einer Eisenstange zu Boden geschlagen haben. Laut Urteil würgte er sein Opfer anschließend bis zur Bewusstlosigkeit.

Beziehung war schon lange beendet

Die Richter sind davon überzeugt, dass Eifersucht das Motiv für die Tat war. Kurz zuvor soll der Angeklagte am Telefon davon erfahren haben, dass seine Ex-Partnerin einen neuen Freund hat. Dass die Beziehung zu der 47-Jährigen zu diesem Zeitpunkt schon lange beendet war, soll ihn nicht interessiert haben.

Die Frau hatte nach den Schlägen mit der Eisenstange um Hilfe gerufen und damit ihren Sohn auf die Situation aufmerksam gemacht. Dieser soll den Angeklagten schließlich weggezogen und seiner Mutter so das Leben gerettet haben.

Nach Flucht ins Ausland festgenommen

Nach der Tat war der heute 52-Jährige ins Ausland geflohen. Er konnte jedoch in Montenegro festgenommen und schließlich nach Deutschland ausgeliefert werden.

In der Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende Richter Volker Talarowski den Angeklagten direkt an und sagte: "Sie sind zu unserer Überzeugung eine jämmerliche Karikatur eines Mannes, der nicht in der Lage ist, Frauen adäquat zu begegnen."

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

dpa

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