Wegen Tierquälerei in einem Schlachthof beginnt heute (9.30 Uhr) der Prozess gegen vier Männer vor dem Kölner Amtsgericht. Die früheren Mitarbeiter des Betriebs sollen bei Schlachtungen Rinder, Schafe und Ziegen nicht sachgemäß betäubt und ihnen so unnötiges Leid zugefügt haben.
So sollen Tiere in zahlreichen Fällen minutenlange Schmerzen erlitten und sich noch bewegt haben, nachdem ihnen die Kehlen durchgeschnitten worden waren. Die Angeklagten sollen dem Empfinden der Tiere gefühllos gegenübergestanden und keine Anpassungen der Betäubung vorgenommen haben.
Tierschutzaktivisten filmten heimlich quälende Schlachtungen
Aufgedeckt worden waren die Missstände in dem Schlachthof in Hürth bei Köln von Mitgliedern einer Tierschutzorganisation. Sie hatten die grausamen Schlachtungen heimlich gefilmt. Nach Bekanntwerden der Aufnahmen hatte das Veterinäramt des Rhein-Erft-Kreises den Betrieb geschlossen.
Bereits im vergangenen Oktober sollte ein erster Prozess gegen einen 32 Jahre alten Angeklagten beginnen. Die Verhandlung war aber unmittelbar nach der Anklageverlesung ausgesetzt worden, nachdem der Verteidiger gerügt hatte, dass sein Mandant die Anklageschrift nicht in bulgarischer Sprache erhalten habe.