2. Bundesliga
Überragender Krahl hält Sieg fest: FCK gewinnt bei Hertha

Jacob Rasmussen, Maxwell Gyamfi und Julian Krahl bejubeln den Auswärtssieg. Foto: Andreas Gora/dpa
Jacob Rasmussen, Maxwell Gyamfi und Julian Krahl bejubeln den Auswärtssieg. Foto
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Der 1. FC Kaiserslautern muss per Zug zum Auswärtsspiel nach Berlin reisen, fliegt aber mit drei Punkten im Gepäck zurück. Torhüter Julian Krahl wird dabei zum Mann des Tages.

Am Abend des 2. Dezember des vergangenen Jahres hatte Torsten Lieberknecht eine der dunkelsten Stunden seiner Amtszeit als Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern erlebt. Nach einer herben 1:6-Niederlage bei Hertha BSC im DFB-Pokal-Achtelfinale stand der 52-Jährige desillusioniert vor dem Gästeblock des Olympiastadions und entschuldigte sich bei den mitgereisten Fans für das Dargebotene.

Deutlich besser waren Lieberknechts Laune und die Stimmung bei den FCK-Anhängern am Samstag an gleicher Stelle. Denn die Roten Teufel hatten durch ein Tor von Mergim Berisha nach 47 Minuten mit 1:0 (0:0) gewonnen und so wohl die letzten Aufstiegsträume der Gastgeber zerstört. "Heute hat man kurz an damals gedacht, aber vor allem überwiegt die Freude, dass die Fans heute etwas zu feiern hatten", sagte Lieberknecht nach der Partie. Durch einen Flugstreik am Freitag war Kaiserslautern per Zug in die Hauptstadt gereist. Ob das ein Grund für den erst vierten Auswärtssieg der Saison war, ist zwar nicht überliefert, Lieberknechts Umstellung auf eine Viererkette war dagegen sehr wohl ein Faktor.

Lieberknechts taktische Umstellung

"Wir haben im 4-1-4-1 gespielt und das Zentrum bewusst verdichtet. Wir wussten, dass dadurch die Passwege nach außen offen sein würden, aber dort lässt sich einfacher verteidigen. Das haben wir phasenweise gut umgesetzt, auch wenn wir manchmal einen Schritt zu spät waren", präzisierte Lieberknecht seine taktische Überlegung. Darüber hinaus zeigte Kaiserslautern im Olympiastadion die in vielen Auswärtsspielen zuvor vermissten Tugenden und verdiente sich so am Ende auch das Quäntchen Glück, das nötig war, um die drei Punkte mitzunehmen.

Torhüter Krahl hält Sieg fest

Sieggarant aufseiten der Pfälzer war dabei Torhüter Julian Krahl, der die Gastgeber ein ums andere Mal mit tollen Paraden zur Verzweiflung brachte und nach dem Spiel von den FCK-Fans mit Sprechchören gefeiert wurde. "Es war etwas ganz Besonderes. Ich bin jetzt schon ein paar Jahre hier, und solche Momente mit den Fans sind immer speziell. Sie nehmen privat viel auf sich, investieren Zeit und Energie, um uns zu unterstützen – ihnen dann eine schöne Heimfahrt zu bescheren, bedeutet uns sehr viel", gab Krahl Einblicke in seine Gefühlswelt, bevor es zurück nach Kaiserslautern ging. Dieses Mal aber mit dem Flugzeug.

dpa

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