Eine Reihe von finanziell gebeutelten Kommunen kann nach Einschätzung der rheinland-pfälzischen Energie- und Klimaschutzagentur mit erneuerbaren Energien und Batteriespeichern viel Geld sparen. "Die eigene Stromerzeugung, selbst aus kleineren und mittleren Photovoltaikanlagen, ist mit rund 6 bis 10 Cent pro Kilowattstunde konkurrenzlos günstig", sagte der Referent für erneuerbare Energien, Torsten Seltmann, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
Kommunen könnten damit ihre Liegenschaften preisgünstig mit Strom versorgen. "Selbst außerhalb der Sonnenscheinstunden kann der Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage über einen Batteriespeicher bezogen werden."
Beispiel Alzey
Die Stadt Alzey beispielsweise komme mit Photovoltaik und Batteriespeichern auf einen Eigenverbrauch von schätzungsweise 50 Prozent. Damit ließen sich jährlich Energiekosten in Höhe von rund 60.000 Euro sparen. Dafür habe die Stadt mit ihren etwa 20.000 Einwohnern in den vergangenen zwei Jahren acht Photovoltaikanlagen mit rund 450 Kilowatt-Peak (kWp) Gesamtleistung installiert. Dazu kämen noch fünf Stromspeicher mit insgesamt 120 Kilowattstunden Kapazität.
Die Einsparungen entstehen dabei auf mehreren Ebenen, wie Seltmann erläuterte. "Zum einen produzieren Kommunen einen Teil ihres Stroms selbst und müssen entsprechend weniger teuren Strom vom Versorger einkaufen." Netzstrom koste häufig 25 bis 35 Cent pro Kilowattstunde, selbst erzeugter Solarstrom oft nur rund ein Drittel davon.
Batteriespeicher erhöhen den wirtschaftlichen Nutzen
"Zum anderen können Batteriespeicher den wirtschaftlichen Nutzen deutlich erhöhen." Wie das geht, erläutert Seltmann so: "Ohne Speicher würde überschüssiger Solarstrom tagsüber häufig ins Netz eingespeist, zu vergleichsweise niedrigen Vergütungssätzen." Muss die Kommune denselben Strom später wieder aus dem Netz beziehen, zahle sie deutlich höhere Einkaufspreise. "Mit einem Batteriespeicher kann der günstige eigene Solarstrom dagegen zwischengespeichert und abends oder nachts selbst genutzt werden." Dadurch steige der Eigenverbrauch, und die Differenz zwischen niedriger Einspeisevergütung und hohem Strombezugspreis bleibe der Kommune erspart.
Mit Bilanzkreismodellen lässt sich noch mehr sparen
Zusätzliche Einsparmöglichkeiten ergäben sich durch sogenannte Bilanzkreismodelle innerhalb der Kommune, sagte Seltmann. Dabei werde der auf einem Gebäude erzeugte Solarstrom nicht nur direkt dort verbraucht, sondern bilanziell auch anderen kommunalen Liegenschaften zugeordnet. Das könnten Kitas, Schulen oder Verwaltungsgebäude oder Kindertagesstätten. Überschüssiger Strom vom Dach einer Sporthalle könne dann rechnerisch ein Rathaus oder eine Grundschule mitversorgen. "Kommunen können so ihren selbst erzeugten Strom deutlich besser ausnutzen", erläuterte Seltmann.
Die Investitionen in eine zumindest teilweise Eigenversorgung sei zugleich eine Art Versicherung gegen weiter steigende Strompreise. "Denn die Kosten für die Strommengen aus eigener Versorgung sind nicht von Kostensteigerungen betroffen."