Es ist ein Gefühl der großen Erleichterung, das bei Andreas Keller überwiegt. Der katholische Pfarrer zeigt sich nach dem Feuer auf dem Gelände der Gemeinde Heiliger Martin in Kaiserslautern, bei dem Schlafplätze für Obdachlose verbrannt sind, beeindruckt von der Betroffenheit und Anteilnahme der Menschen. "Die Spenden- und Hilfsbereitschaft ist wirklich groß, das ist ein gutes Zeichen in der heutigen Zeit."
In der Nacht auf Donnerstag habe er noch gearbeitet, als auf der Pfarrwiese vor dem Haus um kurz vor 1.00 Uhr mehrere Explosionen zu hören gewesen seien. Irrtümlich geht er zunächst davon aus, dass jemand Böller auf die Zelte wirft. "Ich sah, dass eines der Zelte wirklich lichterloh gebrannt hat", so Keller. Die sofort alarmierte Feuerwehr kann nichts mehr tun. Sechs sogenannte Kälteiglus und das darüber aufgestellte Kältezelt brennen vollständig nieder.
Erinnerungsstücke und alltägliche Dinge sind verloren
Das Bistum Speyer schätzt die Schadenshöhe auf etwa 10.000 Euro. Bei Pfarrer Keller überwiegt dennoch große Erleichterung darüber, dass den Obdachlosen mehr oder weniger nichts passiert ist. Zwei Personen wurden bei dem Feuer leicht verletzt und mussten von Sanitätern behandelt werden. "Eine junge Frau dort hat zuerst einen Geruch nach geschmolzenem Plastik gerochen und die schlafenden Mitbewohner geweckt. Das war das größte Glück", erzählt der Pfarrer.
Die Betroffenen haben das ohnehin schon wenige, was sie besitzen, vollständig verloren, darunter persönliche Erinnerungsstücke oder auch Bankkarten, wie Keller erzählt. "Der Schock sitzt immer noch tief bei ihnen und sie wissen, dass sie um Haaresbreite dem Tod entkommen sind."
Tatkräftige Hilfe
Aber wohin mit den Menschen, die jetzt erneut auf der Straße stehen und keinen Schlafplatz haben? In Windeseile baut der Malteser Hilfsdienst noch am Tag des Brandes ein neues Zelt mit zehn Feldbetten, einer Heizung und Beleuchtung auf. "Ein großes Lob an den Malteser Hilfsdienst. Ich habe einen riesigen Respekt vor den Ehrenamtlichen, die innerhalb kürzester Ersatz beschafft haben." Ein städtischer Verein bringt Essen, Geschirr und Kleidung vorbei.
Neue Kälteiglus sind bereits bestellt
Auch wenn über die Hälfte der Kälteiglus verbrannt sind, geht es weiter mit der Obdachlosenhilfe. Vor dem Brand seien die Schlafstätten über die kalten Tage sehr gut angenommen und alle zehn "Kälteiglus" genutzt worden. In der ersten Nacht nach dem Brand hätten einige zu zweit geschlafen, auch die Feldbetten der Malteser sind genutzt worden.
Noch bis Ende Februar soll es das Übernachtungsangebot auf der Pfarrwiese geben. Dabei bleibt es, trotz des Brandes, wie Keller sagt. Neue Kälteiglus seien schon bestellt.