Der Pharmadienstleister Vetter will im zweiten Quartal mit dem Bau eines neuen Produktionswerkes in Saarlouis starten und für den ersten Bauabschnitt 480 Millionen Euro investieren. Die Inbetriebnahme auf dem früheren Ford-Gelände soll 2031 erfolgen.
In der finalen Ausbaustufe des ersten Bauabschnitts seien bis zu 1.500 Arbeitsplätze geplant, langfristig seien bis zu 2.000 Arbeitsplätze vorgesehen, kündigte Udo J. Vetter, Vorsitzender des Unternehmensbeirats und Mitglied der Inhaberfamilie, in Saarbrücken an.
Die Auftragsbücher seien für die nächsten zehn Jahre ziemlich gefüllt. "Und da ist der neue Standort von Vetter von strategischer Bedeutung." Das Familienunternehmen hat seinen Hauptsitz in Ravensburg in Baden-Württemberg.
"Wir kommen, um zu bleiben"
Nach Jahrzehnten des erfolgreichen Wachstums sei man in der Region Oberschwaben bei Industrieflächen und Arbeitsmarkt zunehmend an Grenzen gestoßen, sagte Vetter. Daher habe man sich nun für einen zweiten großen Produktionsstandort im Saarland entschieden. "Wir kommen, um zu bleiben", sagte er in der Staatskanzlei.
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sprach von einem "starken Signal für die Zukunft des Saarlandes" und einem Erfolg der Ansiedlungsbemühungen. "Heute ist ein stolzer Tag für das Saarland."
Letzte Hürden Ende 2025 beseitigt
Vetter gilt als einer der weltweit führenden Pharmadienstleister für die Herstellung injizierbarer Medikamente. Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben weltweit 7.300 Mitarbeitende hat, stellt keine eigenen Medikamente her, sondern Arzneimittel werden aseptisch in Spritzen und kleinen Glasbehältern abgefüllt und verpackt.
Bereits Ende 2024 hatte Vetter das rund 40 Hektar große Industriegelände in Saarlouis erworben. Die Entscheidung für die Ansiedlung im Saarland basiere nach Unternehmensangaben "auf langfristigen strategischen Überlegungen und überzeugenden Standortfaktoren".
Anfang Dezember hatte die Europäische Kommission staatliche Beihilfen in Höhe von bis zu 47 Millionen Euro genehmigt und damit grünes Licht für das umfangreiche Bauprojekt gegeben.
Vetter: "Wichtiger Meilenstein auf unserem Wachstumskurs"
Vetter teilte mit, der Schritt sei ein Bekenntnis zum Standort Deutschland. Zugleich bekräftige man das langfristige Engagement als Familienunternehmen auf dem globalen Pharmamarkt – "einschließlich unserer fortlaufenden Investitionen in den USA". Über die nächsten drei Jahre seien dort knapp 200 Millionen Euro eingeplant.
Nach Ansicht des saarländischen Wirtschaftsministers Jürgen Barke (SPD) bedeute die geplante Investition eine Diversifizierung der Wirtschaft und schaffe neue Arbeitsplätze in einem Markt mit Zukunft. "Das stärkt das Saarland im Strukturwandel und trägt zur nachhaltigen Entwicklung unserer Innovations- und Industrielandschaft bei."
Laut Vetter soll die Rekrutierung der neuen Mitarbeiter beginnen, sobald die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind. Anfangs würden 400 bis 500 Personen benötigt, sagte Vetter. Offene Positionen würden dann auf der Internetseite des Unternehmens veröffentlicht.
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