An den weiterführenden Schulen im Saarland soll es künftig eine neue einheitliche Medienausleihe geben. Der Ministerrat beschloss laut Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), dass die jährliche Teilnahmegebühr für Eltern 160 Euro betragen soll. Darin enthalten seien neben einem neuen Tablet gedruckte wie digitale Schulbücher, Arbeitshefte und digitale Lernangebote.
Das neue System soll ab August 2026 die bisherige Schulbuchausleihe ersetzen, die festlegte, welche Schulbücher gewünscht und bestellt wurden und wie Familien diese erhielten. "Eine gute Errungenschaft der vergangenen Jahre, die aber nicht mehr auf die Herausforderungen der digitalen Welt gepasst hat", sagte die Bildungsministerin.
Ministerium: Gleiche Bildungschancen, Entlastung für Eltern
Durch die Landesweite Systematische Medienausleihe (LSMS) entstehe gemeinsam mit dem Landkreistag ein System, das Schulen und Familien unterstütze und allen Kindern gleiche Bildungschancen eröffne. Familien würden organisatorisch, finanziell und im Alltag entlastet: So müssten Eltern Lernmittel nicht selbst beschaffen, Preise vergleichen oder Materialien zusammenstellen, sondern erhielten laut Ministerium "eine verlässliche Lösung aus einer Hand". Dabei sei auch klar, dass kein Kind aus finanziellen Gründen benachteiligt werden dürfe. Bei Bedarf gebe es für Familien entsprechende Unterstützung.
"In der Einheitlichkeit der Anwendung liegt der große Vorteil, dass wir das Thema Datenschutz und Datensicherheit deutlich besser bedienen können, als wenn wir Wildwuchs von Geräten hätten", sagte Patrik Lauer, Vorsitzender des Landkreistages. Auch sorge es für eine Erleichterung bei den Nutzern, etwa, wenn der Schulträger gewechselt werde. Denn künftig fänden die Schüler in allen Landkreisen die gleiche Struktur.
Neben den Landkreisen müssen nun noch die einzelnen Schulen der neuen LSMS zustimmen.
Keine "fremden" Tablets im Schulsystem erlaubt
Für Verwirrung hatten in den letzten Tagen widersprüchliche Meldungen gesorgt, was passiere, wenn Schulen sich gegen diese digitale Ausleihe entscheiden - und ob die Schulträger dann für die Ausstattung mit Endgeräten verantwortlich seien. Dem widersprach Lauer.
Tablets, die noch in einem guten Gebrauchszustand seien, würden wieder eingezogen. Mit einer "Bestrafung" von Schulen, die sich nicht an der LSMS beteiligen wollen, habe das nichts zu tun. Denn zum einen mache es keinen Sinn, wenn ein Kind im Unterricht mit einem Tablet nichts mehr anfangen könne, zum anderen spreche auch die Datensicherheit dagegen: Private Tablets - sowohl von Lehrern wie auch Schülern - die nicht zentral gewartet werden, dürften nichts ins System gelassen werden. Die Folgen könnten laut Lauer sonst "katastrophal" werden: "Wenn dort irgendetwas drauf ist, haben wir die komplette Schulinfrastruktur auf einen Schlag lahmgelegt."