In wenigen Tagen wird in Sachsen die Erdbeersaison eingeläutet. Dann werden auf den Feldern wieder viele Helfer gebraucht, um die leckeren Früchte zu pflücken. Der Bedarf kann allerdings nicht mit heimischen Arbeitskräften gedeckt werden, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit informiert. Demnach machen Arbeitskräfte aus dem Ausland rund ein Viertel der Saisonjobs in der hiesigen Landwirtschaft aus. Die meisten kommen aus Osteuropa, vor allem aus Rumänien, Polen, Bulgarien und Tschechien.
Beschäftigung in der Landwirtschaft geht zurück
Insgesamt sinkt die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft. Aktuell seien es rund 16.000 Menschen in etwa 2.000 Betrieben – 4.000 weniger als noch vor zehn Jahren, hieß es.
Zugleich werde es für Betriebe immer schwerer, Stellen zu besetzen. Ein Grund sei die oft schwere körperliche Arbeit, die solche Tätigkeiten für viele Menschen unattraktiv mache, erklärt Thomas Emmrich von der Agrargenossenschaft Naundorf-Niedergoseln bei Oschatz in einer Mitteilung. Zudem lägen viele Betriebe im dünn besiedelten ländlichen Raum. "Wir sind stetig auf der Suche nach Mitarbeitern, um die Arbeit, die wir haben, effizient ausführen zu können."
Nach Einschätzung der Regionaldirektion lässt sich der Beschäftigungsrückgang in der Landwirtschaft nur mit ausländischen Arbeitskräften abfedern. "Ohne diese würde die Zahl noch weiter sinken", heißt es. Während die Gesamtzahl der Beschäftigten sank, habe sich die Zahl ausländischer Arbeitskräfte von 636 auf 1.360 mehr als verdoppelt.
Suche nach Saisonkräften wird schwieriger
Vor allem im Obst- und Gemüseanbau steigt ab dem Frühjahr der Bedarf an Saisonkräften für einige Wochen oder Monate - etwa zur Erdbeer- oder Spargelernte sowie im Weinbau. "Der Bedarf an Saisonkräften steigt üblicherweise ab März an, die Spitzen liegen zwischen April und September", so die Regionaldirektion. "In Sachsen waren in der Hochsaison im September 2025 rund 4.000 Menschen als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft beschäftigt."
Saisonkräfte würden nicht nur für die Ernte, sondern auch für Pflegearbeiten benötigt, erläuterte Landwirt Emmrich. "Diese in Deutschland zu finden, wird auch für uns immer mehr zum Problem, deshalb setzen wir schon sehr lange auf ausländische Helfer." Aktuell seien es in seinem Betrieb 15 Arbeitskräfte, hauptsächlich aus Rumänien. "Wenn wir die nicht hätten, wäre es wirklich schwierig und wir sind froh, dass sie bei uns arbeiten."
Wieder frische Erdbeeren von Feldern in der Region
Am Dienstag läutet der sächsische Obstbauverband offiziell die Erdbeersaison ein. In den kommenden Wochen werden dann wieder verstärkt Früchte aus heimischem Anbau zum Kauf angeboten oder sie können vielerorts auf Feldern selbst gepflückt werden.