Preise
Inflation in Sachsen überdurchschnittlich gestiegen

Sachsen gehört seit 2020 zu den Ländern mit besonders hoher Inflation. (Symbolbild) Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Sachsen gehört seit 2020 zu den Ländern mit besonders hoher Inflation. (Symbolbild) Foto
© Sebastian Kahnert/dpa
Seit 2020 sind die Preise deutlich geklettert - stärker als im Bund. Eine Ifo-Auswertung zeigt, welche Bereiche die Teuerung in Sachsen getrieben haben und warum Beschäftigte real dennoch mehr bleibt.

Die Verbraucherpreise sind in Sachsen in den vergangenen fünf Jahren deutlich stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Von 2020 bis 2025 lag die Teuerung um 1,7 Prozentpunkte über dem bundesweiten Wert von 21,8 Prozent, wie eine Auswertung des Ifo Dresden ergab. 

Nur in Brandenburg war die Teuerung mit einem Plus von 1,8 Prozentpunkten noch stärker. In Sachsen-Anhalt und Bremen lag sie um 1,6 beziehungsweise 1,7 Punkte über dem Bundesschnitt. Am anderen Ende der Skala liegt Hamburg mit einer um 2,1 Prozentpunkte niedrigeren Inflation.

Dienstleistungen als wichtiger Preistreiber

Wie in den anderen ostdeutschen Flächenländern stach der Analyse zufolge vor allem der Bereich andere Waren und Dienstleistungen hervor, der die Inflation anhob. Dazu zählen etwa Friseurleistungen, Pflege in sozialen Einrichtungen oder Versicherungen wie für das Auto. 

"Denkbar wäre, dass die Anhebung des Mindestlohns in Ostdeutschland stärker auf die Preise durchschlägt als in den westdeutschen Bundesländern", schreiben die Autoren Ricarda Kluth, Robert Lehmann und Marcel Thum.

Für eine stärkere Verteuerung von Pflegedienstleistungen spreche zudem die wachsende Nachfrage in den ostdeutschen Flächenländern aufgrund der älteren Bevölkerungsstruktur. Warum sich Versicherungsdienstleistungen stärker verteuert haben, lasse sich mit den Daten dagegen nicht klären.

Sachsen Ausnahme bei Wohnkosten

Eine wichtige Rolle für die Unterschiede zwischen den Bundesländern spielt der Bereich Wohnen, Wasser und Energie. In den meisten ostdeutschen Flächenländern wirkte er preisdämpfend. Sachsen bildet hier nach der Analyse des Ifo-Instituts eine Ausnahme: Dort trug dieser Posten nicht zu einer geringeren Inflationsdifferenz gegenüber dem Bund bei.

Reallöhne steigen trotz hoher Inflation

Beim Blick auf die Löhne ergibt sich allerdings ein günstigeres Bild. Die vom Ifo ausgewerteten Daten reichen hier nur bis 2024. In Sachsen legten die Stundenlöhne in diesem Zeitraum real um 1,3 Prozentpunkte stärker zu als die Preise. Am besten schnitt Thüringen mit einem Plus von 3,6 Prozentpunkten ab, gefolgt von Berlin mit 2,6 und Mecklenburg-Vorpommern mit 2,5. Brandenburg kam auf 1,7 Prozentpunkte, Sachsen-Anhalt auf 1,4.

Am negativsten fiel die Bilanz in Bremen aus, wo schwächer steigende Löhne auf überdurchschnittlich steigende Preise trafen. Dort stand am Ende ein reales Minus von 3,9 Prozentpunkten.

dpa