81 Jahre nach der großflächigen Zerstörung von Chemnitz durch alliierte Bomber im Zweiten Weltkrieg setzen Initiativen, Vereine und Kirchen vielfältige Zeichen für Frieden in der Welt. Dazu wird am Donnerstag (5. März) ein breitgefächertes Programm geboten. Es gehe darum, die Erinnerung lebendig zu halten und Perspektiven für ein respektvolles Miteinander in Gegenwart und Zukunft zu eröffnen, so die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag.
Zunächst wird am Vormittag auf dem städtischen Friedhof der Opfer des Bombenangriffs und aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Auf einer Aktionsfläche auf dem Neumarkt gibt es dann den Tag über Lesungen, Musik, Interviews sowie Informations- und Dialogangebote. Dabei soll es etwa um den Missbrauch von Kindern als Soldaten gehen, Besucher können Friedenstauben basteln und Stoffe mit Friedenswünschen bedrucken, aber auch mit jungen Menschen diskutieren, die die Wehrpflicht ablehnen.
Im Rathaus werden Zeitzeugenfilme gezeigt und am Nachmittag gibt es unter dem Titel "Friedenswege durch die Stadt" eine Sternwanderung zum Neumarkt. Dort findet um 18.00 Uhr die zentrale Veranstaltung zum Thema "Friedenstüchtig bleiben" statt, bevor der Tag mit einem Gottesdienst und einem gemeinsamen Moment des Innehaltens am Abend ausgeläutet wird. Wegen der zahlreichen Veranstaltungen ist nach Angaben der Stadtverwaltung ab dem Mittag in der Innenstadt mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
"Wo bleibt das intensive Bemühen um Frieden?"
"Der Chemnitzer Friedenstag bringt Menschen zusammen, die sich angesichts der aktuellen Kriege, der Diskussion um Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit Fragen stellen: Wo bleibt das intensive Bemühen um Frieden?", erläuterte die Sprecherin der Arbeitsgruppe, Sabine Kühnrich. "Wer übernimmt Verantwortung für den Frieden in der Welt und zwischen uns? Was kann jeder von uns dafür tun?" Antworten darauf seien nicht einfach. "Aber der Wunsch nach Frieden und die Sorge um dessen Erhalt, verbindet uns alle an diesem besonderen Tag."
Am 5. März 1945 wurden große Teile der Chemnitzer Innenstadt bei Luftangriffen zerstört. Dabei kamen etwa 2.100 Menschen ums Leben.