Die Hilfsorganisation Arche Nova aus Dresden will auch im aktuellen Nahost-Konflikt vor Ort wirksam bleiben und konzentriert sich dabei auf Projekte im Libanon. "Wir setzen unsere Arbeit trotz der eskalierenden Gewalt fort und stehen an der Seite der fliehenden Zivilbevölkerung, die jetzt dringend auf unsere Unterstützung angewiesen ist", teilte die Organisation auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Arche Nova (offizielle Schreibweise: arche noVa) ist vor allem auf Wasserversorgung spezialisiert.
Verteilung von Lebensmitteln und Trinkwasser
Projekte im Norden des Libanon laufen weitestgehend uneingeschränkt weiter, hieß es. "Parallel dazu bereiten wir Nothilfe für Menschen vor, die derzeit aus dem Süden in unsere Projektregion im Norden fliehen." Geplant sei die Verteilung von Lebensmitteln und Trinkwasser. Aktuell gebe es im Norden des Landes keine Kämpfe, deren Ausweitung könne aber nicht ausgeschlossen werden. "Wir beobachten die Sicherheitslage laufend und können bei Bedarf schnell reagieren", hieß es.
Größere Fluchtbewegungen innerhalb des Libanon
"Wie sich die Situation derzeit abzeichnet, wird der Konflikt länger andauern und wir erwarten einen starken Anstieg des humanitären Bedarfs", betonte Alexandra Kretschmann, Sprecherin der Hilfsorganisation. Man rechne mit einer größeren Binnenvertreibung gerade von Menschen aus den Grenzgebieten und aus städtischen Risikogebieten. Aktuell seien knapp 65.000 Menschen auf der Flucht. Auch Unterbrechungen der Versorgung mit Wasser, Strom, Telekommunikation sowie im Gesundheitswesen seien zu befürchten.
Lage ändert sich von Stunde zu Stunde
"Die Lage verändert sich derzeit von Stunde zu Stunde. Als Hilfsorganisation ist es unsere Aufgabe, schnell und bedarfsgerecht zu reagieren", sagte Margret Thieme, die für den Libanon zuständige Länderreferentin bei Arche Nova. Schon wieder müssten im Libanon unschuldige Menschen in ständiger Angst vor Angriffen leben und fluchtartig ihr Zuhause verlassen. "Wir rechnen damit, dass die Fluchtbewegungen in den nächsten Tagen weiter zunehmen werden."
Organisation ist seit über 30 Jahren im Nahen und Mittleren Osten
Arche Nova ist seit dem Gründungsjahr 1992 im Nahen und Mittleren Osten aktiv. In den vergangenen Jahrzehnten setzte die Organisation unter anderem Projekte im Iran, Irak, in Syrien und dem Libanon um. Sie verfügt dort nach eigenen Angaben über Kompetenzen, Erfahrungen und lokale Partnerschaften, die für schnelle, zielgerichtete humanitäre Hilfe in dieser herausfordernden Situation unverzichtbar sind.
Nach Ausbruch des Kriegs in Syrien startete die Dresdner Hilfsorganisation Einsätze im Nordwesten und Nordosten des Landes, die bis heute andauern. Nach dem schweren Erdbeben 2023 zählte Arche Nova zu den ersten Organisationen, die auf syrischer Seite Nothilfe leisteten. Aktuell verteilt sie im Norden Syriens Trinkwasser per Tanklastwagen, stattet Schulen mit Sanitäranlagen aus und setzt Wasserversorgungssysteme instand.