Wegen der Erneuerung eines Brückenteils kommt es ab Ende Juli am Schmidstedter Knoten im Erfurter Stadtzentrum zu massiven Einschränkungen im Zug- und Straßenverkehr. Die Arbeiten an dem Brückenträger neben dem Hauptbahnhof würden aufgrund einer möglichen Spannungsrisskorrosion notwendig, teilte die Deutsche Bahn mit. Um Risiken für Bahn- und Straßenverkehr auszuschließen, werde das 38 Meter lange und 13 Meter breite Bauteil vollständig ersetzt.
"Wir handeln vorsorglich, weil sich bestimmte Materialschäden im Inneren einer Brücke nicht zuverlässig vorhersagen lassen", sagte Mathias Plath, Projektleitung bei DBInfraGO. Der betroffene Träger ist Teil der Eisenbahnüberführung neben dem Hauptbahnhof und liegt unter den Gleisen 9 und10. Untersuchungen haben ergeben, dass das Bauteil von Spannungsrisskorrosion betroffen sein kann. Diese spezielle Form der Korrosion im Spannstahl kann zu feinen Rissen im Inneren des Trägers führen. Schäden können ohne Vorwarnung auftreten.
Ersatz eines Bauteils aus dem Jahr 1976
Die Deutsche Bahn habe deshalb entschieden, den Brückenträger aus dem Jahr 1976, der mit "Henningsdorfer Spannstahl" ausgerüstet sei, zu ersetzen. Dafür müssten zeitlich begrenzte Einschränkungen in Kauf genommen werden.
Die Bauarbeiten dauern den Angaben nach voraussichtlich rund acht Wochen - die damit verbundenen Sperrungen rund zwölf Wochen. Während dieser Zeit kommt es zu teils starken Einschränkungen im Zug- und Straßenverkehr. Ab dem 30. Juli bleiben zunächst die Gleise 9 und 10, ab 3. August dann teilweise und ab 10. August komplett die Straßenunterführungen im Bereich des Schmidtstedter Knotens gesperrt. Ende September soll der Zugverkehr wieder rollen, die Straßensperrung dauere dann noch voraussichtlich bis Ende Oktober an.
Der Straßenverkehr wird umgeleitet. Im Bahnverkehr wird es ebenfalls Einschränkungen geben - etwa durch Umleitungen, veränderte Fahrzeiten oder vereinzelte Ausfälle. Der Schmidstedter Knoten ist einer der wichtigsten Verkehrsknoten in der Thüringer Landeshauptstadt.