Cannabis Social Clubs
Nur wenige Cannabis-Anbauvereine in Thüringen

Vereine können seit dem 1. Juli 2024 Anträge für Cannabis-Anbauvereinigungen stellen, in Thüringen sind nur wenige bisher aktiv.
Vereine können seit dem 1. Juli 2024 Anträge für Cannabis-Anbauvereinigungen stellen, in Thüringen sind nur wenige bisher aktiv. (Symbolbild) Foto
© Hauke-Christian Dittrich/dpa
Seit zwei Jahren ist Cannabis in Deutschland zum Teil legal. Beim Anbau der berauschenden Pflanzen gibt es größere Unterschiede zwischen den Bundesländern. So sieht es in Thüringen aus.

Thüringen gehört rund zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis laut einer Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zu den Bundesländern mit nur wenigen Anbauvereinen. Bundesweit sind nach den Daten 413 Anbauvereine entstanden, darunter nur sechs in Thüringen. Bezogen auf die Bevölkerung liegt der Freistaat mit einem Wert von 0,29 genehmigten Anbauvereinigungen pro 100.000 Einwohner im hinteren Drittel der Bundesländer. 

Die Nachbarländer Sachsen-Anhalt und Sachsen kommen bei den sogenannten Cannabis Social Clubs beispielsweise auf Werte von 0,75 beziehungsweise 0,62 Anbauvereinigungen pro 100.000 Einwohner. 

Niedersachsen führt mit 1,06 genehmigten Anbauvereinigungen pro 100.000 Einwohner das bundesweite Ranking an - gefolgt von Hamburg (0,91) und Brandenburg (0,82). In Bayern gibt es danach mit 0,07 Vereinigungen pro 100.000 Einwohner die wenigsten Cannabis Social Clubs. 

19 Anträge in Thüringen gestellt 

Die Teillegalisierung von Cannabis gilt bundesweit seit dem 1. April 2024. Seitdem dürfen Volljährige in begrenzter Menge Cannabis konsumieren und zu Hause für den Eigenbedarf anbauen. Vereine können seit dem 1. Juli 2024 Anträge für Cannabis-Anbauvereinigungen stellen.

In Thüringen wurden nach den Daten bisher 19 Anträge gestellt und 6 genehmigt. Das heißt aber nicht, dass die anderen Anträge abgelehnt sein müssen. Noch nicht alle gestellten Anträge seien in Bearbeitung, einige seien auch zurückgezogen worden, hieß es bundesweit zur Begründung.

Anbauvereinigungen gibt es nach früheren Angaben unter anderem in Erfurt, Weimar, Jena und Hildburghausen. Dort wird gemeinschaftlich Cannabis angebaut und unter strengen Vorgaben an Mitglieder ausgegeben. 

Bisher keine Auffälligkeiten beim Konsum 

In der Suchthilfe hat die Teillegalisierung nach Angaben der Koordinatorin der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen, Sarah Kornmann, bisher nicht zu einem höheren Bedarf an Unterstützung geführt. Es habe nach den ihr vorliegenden Daten auch keinen sprunghaften Anstieg des Konsums oder mehr problematischen Konsum bei Jugendlichen gegeben. Wirklich belastbare Aussagen seien aber erst mittel- bis langfristig möglich. Suchterkrankungen entwickelten sich oft über Jahre. 

Zu den Vorgaben für die Anbauvereine gehört unter anderem, dass sie nachweisen müssen, dass sie Cannabis mit einem begrenzten THC-Gehalt kontrolliert nur an volljährige Vereinsmitglieder abgeben. THC ist der berauschend wirkende Teil einer Hanfpflanze.

dpa