Mehr als die Hälfte der Thüringer Wohngeldempfänger im Jahr 2024 waren Rentner-Haushalte. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Robert Teske hervor. Demnach erhielten im Jahr 2024 rund 27.995 Haushalte, deren Haupteinkommensperson Rentner oder Pensionär ist, Wohngeld. In der Zahl sind nicht nur Altersrentner enthalten, sondern auch Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner, also Menschen, die diese Leistungen erhalten, weil sie aus gesundheitlichen Gründen nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können.
Anstieg der Empfänger nach Reform
Generell erhielten 2024 in Thüringen 42.825 Menschen Wohngeld. Die Ausgaben dafür beliefen sich auf 122,1 Millionen Euro. Die Wohngeld-Ausgaben für Rentnerinnen und Rentner machten 66,9 Millionen Euro aus.
Die Daten zeigen eine deutliche Zunahme der Wohngeldempfänger in Thüringen in den vergangenen Jahren, die jedoch zum großen Teil mit gesetzlichen Änderungen zusammenhängen. Zu Beginn des Jahres 2023 trat eine Reform des Wohngeldgesetzes in Kraft, die zu einer Ausweitung des Empfängerkreises führte. Während im Jahr 2022 noch 22.450 Menschen in Thüringen Wohngeld erhielten, waren es ein Jahr später 42.565. Im Jahr 2024 blieb die Anzahl mit 42.825 Haushalten auf ähnlichem Niveau.
Teske sagte, wenn rund 43.000 Thüringer Haushalte Wohngeld beziehen, "ist etwas faul". "Das kann man nicht nur mit gesetzlichen Änderungen im Wohngeldrecht rechtfertigen", so Teskes Einschätzung. Den Anteil der Rentnerinnen und Rentner nannte er "erschreckend". Er forderte eine Senkung der Belastungen durch die Einkommensteuer während des Erwerbslebens. "Außerdem müssen Ungerechtigkeiten, die bei der Überleitung der Ostrenten entstanden sind, beseitigt werden."