Verkehrsverbund
Das bedeutet die Erweiterung des VMT für Fahrgäste

VMT-Geschäftsführer Sascha Georgy nimmt weitere Mitglieder in den Verbund auf. Foto: David Hutzler/dpa
VMT-Geschäftsführer Sascha Georgy nimmt weitere Mitglieder in den Verbund auf. Foto
© David Hutzler/dpa
Thüringens Verkehrsverbund soll größer werden - künftig wird auch der Norden angeschlossen, der Süden könnte folgen. Für Kunden soll das Verbesserungen bringen. Und was macht der Preis?

Der Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) bekommt Zuwachs. Ab voraussichtlich Ende 2027 werden auch Landkreise in Nordthüringen in den Verbundtarif aufgenommen, wie VMT-Geschäftsführer Sascha Georgy sagt. Auch im Südwesten des Freistaats gibt es ihm zufolge Interessenten an dem vor 20 Jahren gegründeten Verkehrsverbund, der bislang vor allem die Städtekette entlang der Autobahn 4 und den Südosten abdeckt. 

Diese Landkreise sind betroffen - oder auch nicht

Die Landkreise Sömmerda, Nordhausen, die Stadt Nordhausen und der Kyffhäuserkreis werden beitreten. Im Unstrut-Hainich-Kreis steht ein Beschluss noch aus. Es geht um insgesamt 125 Bus- und Straßenbahnlinien sowie 14 Zugverbindungen, für die dann der Verbundtarif gilt. Vorangegangen war eine jahrelange Prüfung in den Regionen. 

Zusätzlich haben die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und die Stadt Suhl eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Auch im Wartburgkreis und in Sonneberg gibt es Georgy zufolge Überlegungen. Der Ilm-Kreis hingegen wolle bislang nicht über einen möglichen Beitritt sprechen. 

Das bedeutet der Anschluss für Fahrgäste

Laut Georgy sollen Fahrgäste in den Regionen unter anderem durch besser abgestimmte Fahrpläne und Tickets, die über Landkreisgrenzen hinaus gelten, profitieren. Außerdem gibt es eine gemeinsame Verbund-App und eine App, mit der man sich bei Fahrtantritt ein- und nach der Fahrt auschecken kann. 

Auf die Ticketpreise solle sich die Erweiterung nicht direkt auswirken - die würden ohnehin jedes Jahr neu festgeschrieben. In Nordthüringen werde die gleiche Preisstruktur gelten wie im restlichen Verbundgebiet. "Und ab einer bestimmten verbundweiten Nutzungsstufe kann man dann einfach einen viel größeren Raum erfahren zum selben Preis", so Georgy. 

Warum nicht einfach DB Navigator und Deutschlandticket nutzen?

Rund 60 bis 80 Prozent der verbundweit über 150.000 Abos seien Deutschlandtickets, sagt Georgy weiter. Das liege vor allem daran, dass das Deutschlandticket etwas billiger sei als ein VMT-Abo. Es gebe aber auch Nutzer, die lieber auf das Abo setzen - etwa weil dort kostenlos Kinder oder Enkel mitfahren könnten. Dazu stehe das Deutschlandticket immer wieder auf der Kippe, sagt Nordhausens Landrat Matthias Jendricke (SPD). Es sei daher sinnvoll, weiter am Verbund zu arbeiten. 

So reiche es etwa nicht, den DB Navigator der Bahn als zentrale Auskunftsapp zu nutzen, meint der Geschäftsführer der Kombus GmbH, Dirk Bergner. Dort würden anders als in der VMT-App lokale Streckensperrungen nicht angezeigt. Und auch Besonderheiten wie Rufbusse ließen sich im DB Navigator schwer abbilden.

dpa