VG-Wort Pixel

Chinesische Videoplattform "Nazi", "LGBTQ", "Klimakrise": Tiktok verbietet mindestens 20 Wörter und löscht Kommentare

Chinas Zensur ist auf Tiktok spürbar
Chinas Zensur ist auf der App Tiktok spürbar
© Daniel Kalker / Picture Alliance
Im Februar 2022 berichtete der NDR erstmals darüber, dass auf Tiktok eine ganze Reihe an Wörtern nicht erlaubt seien. Neue Recherchen zeigen nun über 20 Wörter, die auf der Plattform verboten sind.

Der Grundgedanke eines sozialen Netzwerkes ist es, dass man das was man schreibt, nicht nur selber lesen kann. Wer auf Tiktok einen Kommentar schreibt, kann sich aber leider nicht sicher sein, dass sein Kommentar für andere Nutzer sichtbar ist. Zu dieser Feststellung kam ein Recherche-Team von NDR und Tagesschau. Denn die App erwecke zwar den Eindruck, jeder geschriebene Kommentar sei öffentlich, doch dieser Eindruck täuscht. Manche Kommentare werden nie sichtbar. Wie kann das sein?

Zensur auf Tiktok durch Wortfilter

Schuld am Löschen vieler Kommentare sind Filter. Keine Filter die Menschen schöner machen, sondern Zensur-Filter für Wörter. Wenn verbotene Begriffe geschrieben werden, verhindern die Wortfilter eine Veröffentlichung des Kommentars im sichtbaren Raum des öffentlichen Netzwerks. Nichts Ungewöhnliches – auch Facebook und Instagram benutzen ähnliche Filter. Mit dem Unterschied, dass TikTok nicht nur Wörter wie "Nazi" sperrt, sondern auch "LGBTQ", "Klimakrise" und "Ukraine" teilweise verbietet. Tagesschau und NDR haben mindestens 20 dieser Wörter entdeckt:

Komplett blockierte Wörter (nicht öffentlich sichtbar)

  • Cannabis
  • Gas
  • Gay
  • LGBTQ /LGBTQI
  • Nazi
  • Sex / Heterosexuelle
  • Sklaven

Teilweise blockiert (manchmal nicht sichtbar)

  • Alkohol / Rauchen
  • Armee / Russland / Ukraine
  • Trans* / queer
  • Homophob / homosexuell
  • Nationalsozialismus
  • Klimakrise / Klimawandel
  • Corona

Auf Anfrage der tagesschau räumt das Unternehmen Fehler ein. Und gestand: Es habe Kommentare gegeben, die fälschlicherweise als potenziell schädlich gekennzeichnet wurden. Warum das Unternehmen seine Nutzerinnen im Unklaren lasse und nicht zeige, welche Kommentare öffentlich erscheinen und welche nicht, beantwortete das Unternehmen nicht.

Quellen: Tagesschau, Tagesschau via Instagram

Mehr zum Thema