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Steigende Corona-Zahlen "Entwicklung ist beunruhigend": RKI-Präsident Wieler besorgt über steigende Fallzahlen

Ein Mann mit grau melierten Locken und randloser Brille sitzt in Anzug und Krawatte vor einer blauen Wand mit Weltkarte
RKI-Präsident Lothar Wieler bereiten die steigenden Corona-Zahlen in Deutschland und der Welt Sorgen
© Tobias Schwarz/AFP/Pool
Das erste Mal seit Wochen hat das Robert-Koch-Institut eine Pressekonferenz zu den Corona-Zahlen in Deutschland und der Welt gegeben. Denn der Anstieg beunruhigt nicht nur RKI-Präsident Wieler.

Abstand, Händehygiene, Alltagsmaske: Nach einem Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen bundesweit hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Bevölkerung zum Einhalten der Verhaltensregeln aufgefordert. Die Entwicklung sei sehr beunruhigend, bekräftigte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Weltweit gebe es 16,2 Millionen Corona-Fälle, 650.000 Menschen seien mit Corona gestorben. Besonders in Nord- und Südamerika gebe es einen starken Zuwachs. In Europa seien besonders Osteuropa und der Balkan betroffen, aber auch in Westeuropa steigen die Zahlen wieder. "Länder, die die Pandemie bereits im Griff zu haben schienen, melden wieder steigende Zahlen", sagt Wieler. Er nennt Australien, Japan und Spanien als Beispiele. Das liege daran, dass die individuellen Schutzmaßnahmen nicht mehr so befolgt würden.

"Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie", sagte Wieler. Es gelte nun zu verhindern, dass sich das Virus wieder rasant und unkontrolliert ausbreitet. "Das schaffen wir nur gemeinsam", sagte Wieler. Menschen seien nachlässig geworden. Zu Tausenden wilde Partys zu feiern, sei "rücksichtlos" und auch "fahrlässig", sagte er.

Und auch im Urlaub sei vernünftiges Verhalten gefragt: Mit möglichst wenigen Menschen engen Kontakt zu haben und auch im Reiseland die "Aha-Regeln" (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) zu beachten. Und wer sich krank fühle und typische Symptome habe, solle bei seinem Arzt anrufen und sich testen lassen.

Trendumkehr oder sogar zweite Corona-Welle?

Im Unterschied zur letzten Zeit mit einzelnen großen Ausbrüchen sei die Lage derzeit diffus, schilderte RKI-Expertin Ute Rexroth. Beobachtet würden Fallzahlenanstiege in unterschiedlichen Kommunen und Gemeinden - deutschlandweit steckten sich wieder mehr Menschen an. Die Ansteckungen fänden überall statt: Bei Familienfeiern, bei Hochzeiten, bei Treffen mit Freunden und in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen. "Wir haben die Sorge, dass die aktuellen Zahlen eine Trendwende andeuten", sagte Rexroth. Wieler betonte: Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen - aber es könne sein.

tkr DPA

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